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Am Bach ... - Furia Stella - 04-26-2026 ![]() An einem schönen Tag im Frühling, während mein Friudel seinen Beschäftigungen nachging, ging ich mit unseren zwei Kindern zum Bach, der am Rand des Ulmenwäldchens floss. Ein drittes Kind war noch unterwegs. Gerfridu, der Onkel meines Mannes und Sylvana, das Kindermädchen, begleiteten uns bei diesem Spaziergang. Die Luft war erfüllt vom Duft frischer Blumen und dem fröhlichen Zwitschern der Vögel. Am Ufer des Baches entdeckten die Kinder bunte Steine und kleine Fische, die im klaren Wasser schwammen. Quiwon sammelte die Steinchen und Stellula beobachtete, wie ihr Bruder versuchte, diese kleinen Kieselsteine ins Wasser zu werfen. Dabei klatschte sie begeistert in die Hände und vollführte einen aufgeregten Sprung in die Höhe. Ich trug einen silbernen Armreif bei mir, kunstvoll geschmiedet und für die Göttin Carmenta bestimmt, denn es war ein Brauch, der Göttin Carmenta einen silbernen Armreif zu opfern und sie um eine sichere und leichte Geburt zu bitten. Vorsichtig tauchte ich die Hand ins kühle Wasser und ließ den Armreif langsam ins Wasser gleiten, wo er funkelnd zwischen den Steinen verschwand. Ich lächelte zufrieden und betete auch zu Porrima und Postverta, die über die Geburt wachten und für die ich zwei goldene Ringe ins Wasser tauchte. Die Kinder sahen fasziniert zu, wie die Oberfläche des Flusses die Opfergaben aufnahm und sie wieder verströmte. Alle Anwesenden spürten die festliche Atmosphäre, und so standen wir am Bach, voller Hoffnung und Vertrauen in den Segen von Carmenta, während der Frühling um uns herum erwachte und neues Leben versprach. Dann breitete der Onkel die Decke aus und wir setzten uns darauf. Die Kinder spielten am Ufer unter Sylvanas Aufsicht. Gerfridu erzählte mir, dass er den Brief an die Viola abgeschickt hat, aber noch keine Antwort erhalten hat. Ich sagte, dass es mit Briefen in diesem Land eine gewisse Zeit dauert, aber vielleicht kommt sie im Sommer selbst, und nickte optimistisch. Wir plauderten noch eine Weile, und als ich mich aufrichten wollte, durchfuhr mich ein heftiger Schmerz im Unterleib, sodass ich mich stöhnend zusammenkrümmte. Offenbar erkannte der Onkel sofort, dass ich die Wehen bekam. Er half mir beim Aufstehen und rief nach Sylvana. Sie versammelte die Kinder, und als Stellula mich so erblickte, begann sie zu heulen. "Was schreist du so, liebe Schwester, wir bekommen bald ein Brüderchen!", versuchte Quiwon sie zu beruhigen, schaute mich aber auch besorgt an. "Quiwon, lauf schnell nach Hause und sage Fenia, es ist so weit...!". Unser Sohn war zwar erst sechs Jahre alt, aber sehr reif für sein Alter. "Ja, Mami, ich bin schon unterwegs!" Die Wehen wurden immer heftiger und unbarmherziger und ich brach zusammen. Zum Glück war der Onkel Gerfridu an meiner Seite und ohne zu zögern, hob er mich behutsam hoch und trug mich schnellstmöglich nach Hause. "Friudel, wo bist du?..." |