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... Aber sag's nicht dem Chef!
Also dann, Charakter Nummer... keine Ahnung, 100?
"Soldaten kämpfen mit Stahl. Armeen gewinnen mit Versorgung."
Name: Marcus Aelius Varro
Alter: 17 Jahre
Herkunft: Provincia Britannia, nahe der Stadt Durovernum. Varro ist ein römischer Bürger, dessen Vater zu den Verwaltern einiger Getreidespeicher in seiner Heimat gehörte. Kein Soldat, sondern ein Mann der Listen, Zahlen und Kontakte, von denen der Junge einiges geerbt hat. Leider war der alte Herr nicht in der Lage, zwei seiner Söhne zu fördern, und da Varro nun einmal der zweite war, musste er sich anders behelfen, obgleich er ein weitaus hellerer Kopf ist als sein etwas einfacher älterer Bruder. Ein Handwerk lag dem Jungen überhaupt nicht. Viel eher wollte er seinen klugen Kopf nutzen. Der Legion trat er nicht aus Ruhmsucht oder Patriotismus bei, sondern aus purem Pragmatismus. Woanders würde er es nie zu etwas bringen. Doch die Legion ist, wo sich alles bewegt: Menschen, Güter und Macht.
Charakter: Varro lernte bereits früh, dank seines Vaters, wer Zugang zu was hat, wer wem etwas schuldet und dass Dinge selten dort zu finden sind, wo man sie offiziell bekommt. Er ist ein hervorragender Beobachter und selten so impulsiv wie seine Altersgenossen. Zwar respektiert er die Regeln, doch nicht blind und hat ein Talent, deren Grenzen erfolgreich auszureizen. Er gilt als pragmatisch und zudem ungewöhnlich ruhig für sein Alter. Doch oft kann man ein leichtes schiefes Lächeln bei ihm erahnen, wenn er etwas weiß, das andere nicht wissen. Um seine Ausrüstung kümmert er sich überaus gut.
Varro hat es nicht nötig, sich stark zu stellen, sondern stellt seine Nützlichkeit lieber auf andere Weise unter Beweis. Er hat einen überaus guten Kopf auf den Schultern und stellt Fragen, die andere nicht stellen. Der Kampf interessiert ihn weniger als etwa Vorräte, Wege, Zuständigkeiten und andere Dinge, zudem sind ihm die Namen von Schreibern, Stallmeistern und Händlern ebenso bekannt wie die der Zenturionen. Und jedem, mit dem er in Kontakt steht, zeigt er Respekt.
Körperlich ist er nicht einer der stärksten Rekruten, dennoch beherrscht er den Kampf an der Waffe und bevorzugt Schnelligkeit und clevere Manöver vor dem Frontalangriff. Dennoch ist er durch das Training natürlich gestählt und gilt zudem nicht als hässlich. Dass er wie ein Verwalter und weniger wie ein Soldat kämpft, ist trotz seiner relativ kurzen Zeit in der Legion bereits bekannt.
In der Legion: Immerzu haarscharf an den Grenzen des Protokolls steht Varro - nicht zu Unrecht - in dem Ruf, alles besorgen zu können. Nicht durch Diebstahl, sondern durch cleveres Ausloten, Beschaffen, Handeln. Unter seinen Kameraden existiert das Sprichwort "Wenn Aelius Varro es nicht beschaffen kann, existiert es nicht." So hat er schon zahlreiche Dinge für seine Kameraden besorgt, wie besseren Wein, Ersatzriemen, besondere Lebensmittel, Informationen und andere kleine Gefälligkeiten. Auch, wenn sie es nicht zugeben würden, haben auch bereits ein paar Vorgesetzte von seinen Talenten profitiert. Die Bezahlung erfolgt meist in Münzen oder anderen Gefallen, wie der Abnahme unangenehmer Pflichten. Die Mitglieder seiner Decurie würden ihn vor anderen Legionären stets in Schutz nehmen, denn er macht ihr Leben durchaus angenehmer.
Mehrere Offiziere beobachten Varro scharf, vor allem wegen seiner Fähigkeiten. In den Notizen eines seiner Vorgesetzten findet sich folgende Anmerkung: "Beobachten. Potenzial für administrativen Einsatz". Andere wiederum hegen großes Misstrauen, denn es gibt nicht wenige, die sein Vorgehen für 'nicht standesgemäß' halten. Unter anderen erzeugen seine Aktivitäten durchaus Neid.
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