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[Balneum am Bach] Publius Gabinius Pulcher
05-09-2026, 06:31 PM,
Beitrag #1
[Balneum am Bach] Publius Gabinius Pulcher
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[Bild: Balneum-Gabinierhof.jpg]
Am Bach, der dem Landgut Wasser spendete, lag flussabwärts unser kleines Balneum, ein Holzhaus mit geweißelten Wänden, mit Malereien verziert, dem auch eine Schwitzhütte aus Weidegeflecht angegliedert war, wie man es bei uns Chatten und auch hierzulande bei den Einheimischen nutzte.
Hierhin trug ich meine Stella, und Fenia legte Decken und Felle auf den Boden neben das Wasser, ich aber meinen Umhang, damit Stella weich lag. Das Wasser murmelte sein beruhigendes Lied, aber es konnte mich diesmal nicht beruhigen:
"Fridila, ich bin bei dir, mein Herz", sprach ich meine Frau noch einmal an, während Fenia sich im Becken ihre Hände bis zu den Ellenbogen wusch und dann meine Frau untersuchte:
"Es wird nicht lange dauern" , verkündete sie dann. Wie es der Brauch war, löste sie jeden Knoten, das Gewand und auch Stellas Haar. Eine Gebärende durfte nichts an sich haben, was  ihren Schoß verschloss, alles an ihr musste offen und weich sein.
[Bild: 3_15_08_22_9_36_30.png]
Honoratior der Stadt Iscalis
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05-10-2026, 02:43 PM,
Beitrag #2
RE: [Balneum am Bach] Publius Gabinius Pulcher
Die alte Keltin Fenia war auf dem Hof tätig, als sie Quiwon erblickte, der auf sie zulief und laut rief, dass seine Mutter im Wald sein Brüderchen zur Welt bringe. Da kam auch Herr Gabinius dazu, und die beiden eilten aufgeregt Quiwon hinterher ins Ulmenwäldchen, wo sie den Onkel des Herren antrafen, der Stella in einem erbärmlichen Zustand auf den Armen hielt. Herr Gabinius nahm nun seine Frau aus den Armen seines Onkels auf seine Arme und trug sie in das kleine Balneum am Bach, weil Fenia ihm versicherte, dass sie es nicht mehr ins Haus schaffen. Sylvana und Riona bekamen von Fenia klare Anweisungen: Sie sollten heißes Wasser und ausreichend frische Tücher bringen. Zudem sollten sie dem Knecht Durs ausrichten, dass er Fenias Truhe so schnell wie möglich ins Balneum schaffen solle. 

Endlich erreichten sie das Balneum. Herr Gabinius betrat die angrenzende Schwitzhütte und bettete seine Frau auf die von Fenia ausgebreiteten Felle und Tücher. Da erschien bereits Durs und brachte Fenias Truhe mit den Kräutern, Tinkturen und Essenzen mit. Nachdem die alte Keltin ihre Hände gründlich gewaschen hatte, kniete sie vor Stella nieder und begann, die Herrin mit ruhiger Stimme und sicheren Händen zu untersuchen.

"Es wird nicht lange dauern", sagte sie und, nachdem sie jeden Knoten an Stellas Kleidung gelöst hatte, legte sie sanft ihre Hände auf den Bauch der Herrin, um ihr zu helfen, sich zu entspannen. Dann gab sie Stella eine Tinktur: "Trink, aber nur einen Schluck, es wird dir helfen..."
[Bild: 3_15_08_22_9_39_13.png]
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05-12-2026, 03:33 PM,
Beitrag #3
RE: [Balneum am Bach] Publius Gabinius Pulcher
(05-09-2026, 06:02 PM)Publius Gabinius Secundus schrieb:  ...Da kam uns Gerfridu aber auch schon entgegen, und er trug eine halbohnmächtige Stella auf den Armen.
"Fridila!", rief ich und nahm sie meinem Onkel aus den Armen: "Fridila, meine geliebte Fridila!" Ihr Gesicht war bleich wie Marmor, und mir blieb das Herz stehen vor Schreck. 
Fenia erkannte mit einem Blick den Ernst der Lage: "Bis zum Haus schaffen wir es nicht mehr", stellte sie fest: "Tragen wir sie ins Balneum, wenn du nicht willst, Herr Gabinius, dass dein Kind im Wald auf die Welt kommt"

Mit sanften Worten versuchte Gerfridu, mir Mut zu machen, und sprach beruhigend auf mich ein: "Alles wird gut, Stella. Wir sind gleich zu Hause, halte durch." Die Wehen kamen stärker und regelmäßiger und ich stöhnte leise, aber trotz der Schmerzen und der Ungewissheit fühlte ich mich durch die Unterstützung des Onkels gestärkt. Dann erkannte ich die Stimmen von Friudel und Fenia, die uns mit schnellen Schritten entgegenkamen …

"Fridila! Fridila, meine geliebte Fridila!", hörte ich Sonnwins Stimme, während er mich auf seine Arme nahm. Ich klammerte mich an meinen Friudel und schluchzte leise: "Es ist so weit, mein Herz, bring mich nach Hause." Kaum hatte ich das gesagt, als mich ein stechender Schmerz heftig überfiel, und wie durch Nebel vernahm ich Fenias Stimme, dass wir es nicht nach Hause schaffen würden und Herr Gabinius mich ins Balneum tragen sollte. ...

Die Schmerzen und die Wehen ließen nach, sodass ich meine Umgebung kurz wahrnehmen konnte. Das Wasser plätscherte beruhigend vor sich hin. Es roch nach frischen Kräutern und Holz, und ein vertrauter Duft ging von dem Mantel aus, den mein Mann am Boden ausgebreitet hatte, um mir Wärme zu spenden. Meine Augen suchten seinen Blick: "Friudel, mein Liebster, gib mir deine Hand, das wird mir Kraft geben, diese Tortur zu überstehen ..."

Fenia kümmerte sich sorgfältig um mich und gab mir ihre schmerzlindernde Medizin, die für kurze Zeit half. Ich sah Sylvana und Riona, die frische Tücher in den Händen trugen. Auch Durs war hier und wartete auf seine Aufgaben. Es war bereits seine dritte Geburt, die erste war in den Marschen von Sabrina, in der Wildnis, so ähnlich wie jetzt und hier....

Die Stunden vergingen, die Dunkelheit senkte sich über den Wald. Doch das dritte Kind ließ auf sich warten. Die Wehen kamen und gingen in Wellen. Als die Schmerzen unerträglich wurden, musste ich alle Kräfte sammeln, um durchzuhalten. Dann, nach dem kurzen, aber zerreißenden Schmerz, ertönte der Schrei des Neugeborenen, und ich spürte eine Mischung aus Schmerz, Erleichterung und tiefer Wärme.

"Friudel, wen haben wir da?" flüsterte ich erschöpft, aber glücklich...
[Bild: 3_15_08_22_9_35_15.png]
Vormund (Tutor): Tib. Furius Saturninus
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