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RE: Contubernium Felicis, dritte Centurie, Cohors II
Der Schlamm unter ihren Füßen gab ein matschendes Geräusch von sich, als Aulus Caecilius Verus versuchte einen festen Stand zu bekommen. Schließlich wollte er nicht bei der kleinsten Windböe in den Schlamm geschickt werden. Oder von dem Stock in den Händen ihres ..Ausbilders. Denn dass der ältere Römer ihr Ausbilder sein würde, war deutlich zu erkennen. Müdes blinzeln war von dem Rothaarigen zu sehen, der nur mit Mühe und Not seine Augen offen halten konnte. Ob es seinen Stubenkameraden genauso erging? Ein vorsichtiger Blick wurde sogleich in Richtung Varro und Nero geworfen. Wobei er nur den etwas dicklichen Nero neben sich erkennen konnte. Varro stand nämlich direkt neben Nero und somit hatte der Rothaarige diesen einfach nicht im Blick. Doch so wie er ihn bisher kennen lernen durfte, war Marcus Aelius Varro wie aus dem Ei gepellt. Bestimmt saß sein Helm tadellos. Und jede Schnalle an seinen Stiefeln war geschlossen. Was bei Verus nicht der Fall war, wie dieser soeben bemerkte. Merde! Hoffentlich fiel dies nicht gleich auf und hoffentlich würden seine Stiefel an Ort und Stelle bleiben. Nämlich an seinen Füßen. Nicht auszudenken, wenn einer seiner Stiefel im Schlamm stecken bleiben würde. Wie peinlich das wohl wäre. Seinen Blick hielt Verus gesenkt, auch wenn er die sich nähernden Schritte des Optios deutlich wahrnehmen konnte. Wie dieser an der Reihe seiner Soldaten vorüber ging und schließlich bei den Jüngsten, den Tirones ankam. Denn natürlich standen sie am Ende des Zuges. Ganz an Ende, wenn man zu spät kam…. Bei diesem Gedanken biss sich Verus unwillkürlich auf seine Unterlippe und verharrte absolut ruhig. Mit gespitzten Ohren und hart pochendem Herzen in seiner Brust. Natürlich alles vor Aufregung. Vor was denn sonst? Etwa Angst? Oh nein, er würde sich nicht in die Hose pinkeln. Dies machten doch nur Babys und kleine Kinder. Und zu dieser Kategorie gehörte der Rothaarige schon lange nicht mehr. Die Schritte des Optios kamen immer näher und schließlich erreichte er sie. Merde. Merde. Merde. Den Rebholzstab erhoben, konnte Verus diesen im nächsten Moment gegen seinen Schildarm drücken spüren. Wie er ihn dadurch aus dem Gleichgewicht und zugleich wieder ins Glied brachte. So dass er Schulter an Schulter mit seinen Mitkameraden in der Reihe stand. Dann schritt der Optio auch schon vorbei und Verus atmete erleichtert durch. Puh. Wenn es dabei blieb, dann würde er sich einfach anstrengen, und seine Kraft stählen. Die Schritte des Optios entfernten sich. Bevor sich der Römer an seine Soldaten wandte und Verus unter seinem direkten Blick sogleich in sich zusammen sackte. Als hätte man ihm die Luft geraubt, ging der Rothaarige leicht in die Knie. Was von dem erfahrenen Römer nicht unkommentiert blieb. Eine rasche Bewegung. Ein harter Schlag. Und Verus spürte wie sein Arm abrupt nach außen gebogen wurde. Jener Arm, an dem sich der Schild befand, so dass Verus mit den Zähnen klapperte, als er einen stechenden Schmerz durch seinen Arm schießen spürte. Abruptes auf die Zähne beißen erfolgte und doch konnte er es nicht verhindern, dass ihm Tränen in die Augen schossen. Diese blinzelte er sogleich davon, aber er musste dennoch schiefen. Autsch, das tat weh…
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