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Die Tür zur Wohnung
10-11-2026, 09:13 PM,
Beitrag #1
Die Tür zur Wohnung
Die Tür zur Wohnung der Furiana Nivis 

[Bild: T-r-FN-kl.jpg]

Hier wohnt Furiana Nivis mit ihren drei Kindern. 

Wer sie besuchen möchte, klopft bitte hier zuerst an.
Bild KI
[Bild: 1_29_07_23_5_35_37.png]
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10-15-2026, 08:46 PM,
Beitrag #2
RE: Die Tür zur Wohnung - die schöne Nivis
Das schwere Holz der Tür gab unter seinen Knöcheln kaum nach, doch das dumpfe Geräusch reichte aus, um die Vorfreude in seiner Brust zu wecken.
Tiberius Furius Saturninus trat einen Schritt zurück und zog den dunklen, schlichten Wollmantel enger um die Schultern. Keine Toga wies heute auf seinen patrizischen Stand hin; für diesen fast heimlichen Privatbesuch hatte er die Tracht eines einfachen Bürgers gewählt, um in den Gassen von Iscalis nicht aufzufallen.
Er warf einen kurzen Blick über die Schulter auf seinen Sklaven Leon, seinen einzigen Begleiter. Der spartiatische Leibwächter bezog mit verschränkten Armen Position im Flur. Er wusste von den vorherigen Besuchen genau, was er zu tun hatte. Dennoch raunte der Furius ihm ein kurzes, befehlendes "Wachsam bleiben“ zu, mehr aus Gewohnheit denn aus echter Notwendigkeit.
Leon würde hier im kühlen Treppenhaus des Thorianum I Wache halten und dafür sorgen, dass die Privatsphäre seines Herrn unangetastet blieb. Das Gebäude war keineswegs eine der baufälligen, rauchigen Mietskasernen  wie sie in Rom in der Subura gebaut wurden; im ersten Stock gab es sogar den Luxus von fließendem Wasser, dessen stetiges Plätschern beruhigend aus dem Innenhof heraufklang, und hier lag auch Nivis gutgehende Weberei.

Saturninus verlagerte das Gewicht des schweren Lederbeutels in seiner linken Hand. Die Geschenke im Inneren klapperten leise gegeneinander: Eine kunstvoll geschnitzte Holzpuppe für Furiana Saturnilla, eine farbige Tonrassel für Furina Tiberiella und ein kleiner, hölzerner Spielzeugrennwagen für den Sohn Furianus Saturninus. Er und die keltische Liberta hatten in all den Jahren, die Saturninus als grüner Witwer verbracht hatte, drei niedliche Kinder miteinander bekommen. Im Gegensatz zu Victor hatte der Furius ihnen aber weder das Bürgerrecht noch eine offizielle Anerkennung verschafft. Die drei Kinder verblieben im Stand ihrer Mutter.

Während Saturninus auf das Öffnen der Tür wartete, dachte er mit einer gewissen Zärtlichkeit erst an seine Gemahlin Furia Serena und dann an Furiana Nivis.  Ohne seine Frau war Saturninus einsam gewesen. Trotz seiner vielen flüchtigen Liebschaften liebte er seine Ehefrau von ganzem Herzen, und ihr gesundheitlich erzwungenes Exil hatte eine schmerzhafte Lücke in seinem Leben hinterlassen. In dieser dunklen Zeit war es Furiana Nivis gewesen, die ihm Liebe gespendet hatte. Bei ihr fand er eine reine, unverfälschte Freude über seine bloße Existenz – eine Freude an ihm als Mann. Saturninus wiederum hatte sie aufrichtig gern und erfreute sich an ihrer Schönheit, wie man sich an einem treuen, liebgewonnenen Geschöpf erfreute, das Schutz brauchte. Für ihn schwang darin keinerlei Herablassung mit; im Gegenteil, diese Familie im Schatten gut zu versorgen, verstand er als festen Teil seiner Pflichten als römischer Patron und Patrizier.

Er fixierte den Türspalt, lauschte auf die Kinderstimmen im Inneren und spürte das vertraute Herzklopfen. Nivis war seine Freude.  Seine Hand verharrte in der Luft, bereit, einzutreten, sobald der Riegel von innen zurückgezogen wurde.
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Honoratior von Iscalis
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10-15-2026, 11:47 PM,
Beitrag #3
RE: Die Tür zur Wohnung
[Bild: Mebhklein.jpg] Furiana Saturnilla / Mebh

[Bild: Aislinnklein.jpg] Furiana Tiberiella / Aislinn

[Bild: chonchobarklein.jpg] Furianus Saturninus / Chonchobhair


Endlich ertönte das langersehnte Klopfgeräusch. Alle drei Kinder hatten gespannt darauf gewartet. Der kleine Chonchobhair hatte immer wieder seine beiden älteren Schwestern gefragt, wann Papa endlich komme. Die beiden Mädchen hatten ihn stets vertrösten müssen, obwohl sie selbst sehnsüchtig auf ihren Vater warteten.
 
Nachdem ich von der Arbeit nach Hause gekommen war, hatte ich mich etwas zurückgezogen. Ich genoss den Luxus, den meine Wohnung bot, und bereitete mir ein Bad. Entspannt lag ich in der Wanne und ließ meine Gedanken schweifen. Zu dem, was gewesen war, und zu dem, was noch kommen würde. Ebenso wie die Kinder freute ich mich auf die Besuche meines mo rúnsearc, meines heimlichen Geliebten. So nannte ich ihn immer noch, denn auch wenn inzwischen viele Jahre vergangen waren, verband uns nach wie vor das Band der Liebe. 

Das aufgeregte Stimmengewirr der Kinder riss mich schließlich aus meinen Gedanken. Ich lächelte unwillkürlich. Offenbar war er endlich angekommen.
Langsam stieg ich aus der Wanne, trocknete mich ab und schlüpfte in eines meiner römischen Gewänder. Während ich die Fibel an meiner Schulter befestigte und mein Haar hochsteckte, hörte ich, wie die Kinder durcheinanderredeten und lachten.
 
Mebh schob sich vor ihre beiden kleinen Geschwister, die ihre Freude kaum zügeln konnten.
"Ich öffne die Tür!", sagte sie entschlossen zu ihnen. Sie war die Älteste und glaubte offenbar, deshalb ein Vorrecht darauf zu haben, den Vater zuerst zu sehen. Die beiden Kleinen drängten sie jedoch ungeduldig dazu, endlich die Tür zu öffnen.
 
Vorsichtig öffnete Mebh die Tür einen Spalt breit. Hinter ihr drängten sich ihre beiden Geschwister und versuchten, als Erste bei ihrem Vater zu sein. Als Mebh ihn erkannte, zog sie die Tür weiter auf und ließ ihn eintreten.
 
"Papa! Papa ist da! Hurra, Papa ist da", rief Chonchobhair aufgeregt und streckte die kleinen Ärmchen nach ihm aus.
"Papa, Papa!", rief auch Aislinn voller Freude.
 "Guten Abend, Papa!", begrüßte Mebh ihn.
 
Inzwischen war auch ich zur Tür getreten und wartete gespannt darauf, dass er eintrat.
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10-17-2026, 08:18 PM,
Beitrag #4
RE: Die Tür zur Wohnung
Gemeinsam mit den drei Kindern ihrer Dienstherrin hatte Síofra in der Wohnung gespielt. Hatte mit ihnen gemalt und der Stimme der Ältesten gelauscht. Denn Mebh war selten ohne ein Buch in den Händen anzutreffen. Und da Síofra selbst kaum des lesens und schreibens mächtig war, war es für sie umso schöner, wenn Mebh ihr aus ihrem Buch vorlas. Dies erfreute auch die Älteste, wie Síofra an deren glänzenden Augen und geröteten Wangen erkennen konnte.

Als es an der Türe klopfte hob sich auch Síofras Kopf. Ihre Augen fokussierten die hölzerne Türe. Vor der sich Mebh tapfer postiert hatte und in diesem Moment die Türe vorsichtig öffnete. Gerade als sich Furiana Nivis näherte und Síofra im Hintergrund blieb. Ihre Hände hatte sie beinahe beschützend auf die Schultern der Jüngeren gelegt.
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Gestern, 12:41 AM,
Beitrag #5
RE: Die Tür zur Wohnung
Die aufgeregten Stimmen der Kinder ließen mich lächeln. Als ich in den Vorraum trat, hatten sich Chonchobhair und Aislinn bereits an ihren Vater gedrängt und überschütteten ihn mit freudigen Rufen.
"Kinder", mahnte ich sanft, als ich zu ihnen trat. "Gebt eurem Vater etwas Platz."
 Die beiden Kleinen wichen nur widerwillig einen Schritt zurück. Erst dann richtete ich meinen Blick auf Saturninus. Ich neigte respektvoll den Kopf.

"Willkommen, Furius Saturninus." Mit einer kleinen Handbewegung deutete ich in die Wohnung.
"Komm doch bitte herein. Die Kinder erwarten dich schon sehnsüchtig."
 Für einen Augenblick blieb mein Blick auf ihm ruhen. Ich hatte seine Rückkehr ebenso herbeigesehnt wie die Kinder, auch wenn ich meine Freude weit weniger offen zeigte.
"Wir haben auf dich gewartet", fügte ich leise hinzu und konnte ein leichtes Lächeln nicht unterdrücken.
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