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Kräutergarten
04-20-2026, 12:58 PM,
Beitrag #1
Kräutergarten
[Bild: gartenklein3.jpg]*


Die Sonne schien warm auf die sanften Hügel, während ein leichter Wind durch die Bäume wehte und die Luft mit dem Duft der blühenden Natur erfüllte. An diesem schönen Frühlingstag beschloss Gerwina, die neue Herrin des Comux-Hofes, einen Kräutergarten anzulegen. Sie erkundete das Areal hinter dem Gutshaus und entdeckte eine passende Fläche, die nur durch Gebüsch und hohen Flachs vom alten Elfengarten getrennt war, wo sie sich oft aufhielt, um den Naturgeistern zu lauschen.

In dieser idealen Nachbarschaft würden ihre Kräuter heranwachsen und prächtig gedeihen. Gerwina lächelte in sich hinein und begann mit Vorfreude, den Boden zu begutachten. Sie hob eine Handvoll Erde auf, ließ sie zwischen den Fingern zerrinnen und schloss kurz die Augen, um sich den Duft der frischen Kräuterwelt vorzustellen.

Es gab aber viel Arbeit: Zunächst galt es, das Unkraut zu entfernen, und dann musste der Boden sorgsam für die Samen, die Fenia ihr gegeben hatte, vorbereitet werden. Gerwina bat leise Frija um Beistand und begab sich auf die Suche nach ihrem Knecht  Elfried...


*Das Bild mit KI erstellt
[Bild: 3_15_08_22_9_37_19.png]
Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [Sonnmar] (NSC)
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04-23-2026, 03:11 PM,
Beitrag #2
RE: Kräutergarten
[Bild: Meonre.png]

Die Herrin liebte alles, was grün war oder was blühte, und die Erde gab ihr diese Liebe zurück.
Meonre beobachtete, wie Lady Gerwina Erde in ihre Hand nahm , kurz daran roch und lächelte.

Meonre beobachtete viel. Sie war nicht sehr hübsch, nicht groß, sondern von gelblicher Gesichtsfarbe und eher mager. Doch sie konnte einen Zauber weben, der Männer verrückt nach ihr machte. Sie war aus dem Alten Volk, von den Formori, und man hiel tihresgleichen für Hexen. Sie war jedoch auch eine Sklavin.

Eisu Ap Comux wollte sie fortschicken, weil er dachte, dass die neue römische Herrin keine solche Sklavin haben wollte. Dabei sah Lady Gerwina gar nicht römisch aus. Oh, sie trug wohl die feinen Gewänder, die am Mittelmeer Mode waren, aber ihre Augen waren Meeresaugen, und ihr Weizenhaar zeigten an, dass entweder sie selbst oder ihre Ahnen aus einem weit nördlicheren Land kamen.

Wenn Meonre sie ansah, dachte sie an große, ernste Wälder. Sie hatte solche Wälder noch nie gesehen. Doch sie waren da. Und nun wusste sie, dass die Herrin neues Leben in sich trug.
Es blieb einer Bademagd nicht verborgen, wenn eine Frau ihren Mondfluss nicht mehr hatte.

Lady Gerwina war fertig mit ihrer Besichtigung. Sie richtete sich auf, eine Hand in ihr Kreuz gestützt.

Nun musste sie Meonre sehen. Nun konnte die Sklavin schlecht fortlaufen.

Sie ging ihr also entgegen:
"Sei gegrüßt, Lady Gerwina", sagte sie mit einer Verbeugung: "Kann ich dir helfen? Und bitte hast du einen Moment für ein Wort?"
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04-25-2026, 03:17 PM,
Beitrag #3
RE: Kräutergarten
Gerade wollte Gerwina auf die Suche nach Elfried gehen, als sie die Bademagd Meonre erblickte, die ihr entgegenkam. Gerwina wusste, dass die Sklavin aus dem geheimnisvollen Alten Volk, von den Formori, stammte und ihre Lebensweise und Bräuche den meisten Menschen hier fremd waren. Die junge Frau begrüßte ihre Herrin mit einer Verbeugung und fragte, ob sie ihr helfen konnte und ob sie Zeit für ein kurzes Gespräch hätte. 

Gerwina betrachtete die kleine, schmale Frau, die eigentlich eine Bademagd war und keine Gärtnerin, und zuckte mit den Schultern: "Kennst du dich aus mit dem Unkraut? Es muss entfernt werden, dann sehen wir weiter." Sie zeigte auf das Wildkraut, das die ganze Fläche überwuchert hatte, und sah dann die Sklavin fragend an: "Nun, Meonre, was hast du auf dem Herzen?"
[Bild: 3_15_08_22_9_37_19.png]
Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [Sonnmar] (NSC)
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04-27-2026, 02:53 PM,
Beitrag #4
RE: Kräutergarten
[Bild: Meonre.png]

Meonre wollte unbedingt Lady Gerwina etwas Gutes tun:
"Ich kann ein Lied singen, das Unkraut vertreibt. Ich kann einen Talisman basteln, der Schnecken und Kaninchen fernhält", bot sie mit ihrer weichen, singenden Stimme an, und dann schaute sie erschrocken aus. Oh, jetzt hielt die Lady sie bestimmt noch mehr für eine Hexe.

"Bitte verzeih. Ich werde mit meinen eigenen Händen all das Unkraut rupfen, Lady", sagte sie: " Zumindest einen Teil. Ein wenig sollte man lassen, denn es verbindet uns mit den wilden Dingen und dem kleinen Volk.
Was ich auf dem Herzen habe? Ich bin sehr bedrückt. Der Herr will mich fortschicken, weil ich zuviel vom alten Wissen habe. Aber der alte Herr...", damit meinte Meonre Eisus Vater Comux:
"..hat meine Kunst geschätzt. Nessi, das ist die andere Bademagd und ich können viel für die tun, die wir lieben.  Wir sind nützlich. Bitte, bitte Lady Gerwina, schickt mich nicht nach Norden. Ich will hier bleiben auf dem Comuxhof"
Sie dämpfte ihre Stimme:
"Ich kann dir weissagen, wenn du es wünschst, Lady"
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04-29-2026, 12:28 PM,
Beitrag #5
RE: Kräutergarten
Gerwina hat mit den Augen gerollt, als die Comux-Sklavin vorgeschlagen hat das Unkraut mit einem Lied zu vertreiben. 

"Nein, Meonre, das Unkraut muss vollständig mit Händen und einer Hacke entfernt werden, denn dieses Wildkraut konkurriert mit den Kräutern, die ich hier einpflanzen möchte, um Licht und Wasser. Und wir können uns mit den wilden Dingen und dem kleinen Volk auch woanders verbinden, denn wir haben hier genug freie Flächen, die mit Unkraut überwuchert sind!" 

Die Herrin des Hauses lächelte verschmitzt und blickte dann Meonre direkt in die Augen: "Also, wenn du mir helfen möchtest, dann beseitige das ganze Zeug, vor allem die Wurzeln, oder lass es. Elfried, mein Knecht, kennt sich damit gut aus. Er wird sich auch um die Erde kümmern."

Gabinia hatte längst bemerkt, dass zwischen dem Fürsten Eisu und seiner Bademagd eine angespannte Beziehung bestand. 
"Du bist nicht meine Sklavin, Meonre, und ich habe keinen Einfluss auf die Entscheidungen meines Mannes. Sollte er jedoch mit mir darüber sprechen, werde ich ihn nach den Beweggründen fragen, weshalb er dich nach Norden fortschicken wollte."

Trotz allem empfand Gerwina ein gewisses Mitleid für Meonre: "Ich kann dir nur raten, weiterhin nützlich zu sein, aber deine übersinnlichen Fähigkeiten für dich zu behalten, wenn du am Comuxhof bleiben möchtest."
[Bild: 3_15_08_22_9_37_19.png]
Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [Sonnmar] (NSC)
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05-12-2026, 08:12 PM,
Beitrag #6
RE: Kräutergarten
[Bild: Meonre.png]
"Ich werde das ganze Unkraut mit meinen eigenen  Händen jäten, o Lady Gerwina. Und ich werde nichts mehr sagen oder tun, was dich beleidigt", erwiderte Meonre mit ihrer Singsangstimme. Sie wusste schon, warum der Herr sie loswerden wollte. Er war sehr römisch. Aber die Lady war nicht nur römisch. Sie kannte das kleine Volk, und sie hatte Arganta, die ein halbes Wasserpferd war, gezähmt und in ein richtiges Pferd verwandelt. Vielleicht konnte sie auch Meonre in eine richtige Frau verwandeln. Meonre wollte nicht in den Norden. Im Norden würde es Krieg geben, das hatte sie geträumt. 
 "Aber eines noch, Lady Gerwina. Wenn du einmal in großer Gefahr schweben solltest, so komme zu der guten alten  Meonre. Ich kann andere so täuschen, dass sie glauben, dass ich du bin. Nur ein Weilchen, nicht sehr lange. Aber es wird reichen, damit du und das Kleine in Sicherheit seid"
Ihre Augen blickten ein wenig sehnsuchtsvoll. Meonre hatte schon viele Liebhaber gehabt, aber keine eigenen Kinder empfangen. Sie lächelte:
"Wenn du möchtest, Herrin, sammle ich später Himbeerblätter für dich. Das ist keine Hexerei. Nur ein guter Tee, der die Geburt erleichtert"
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05-15-2026, 01:05 PM,
Beitrag #7
RE: Kräutergarten
[Bild: Knut.jpg]*


Gerwina, stets bemüht um Frieden im Haus, wollte der Magd eine Möglichkeit geben, sich nützlich zu machen, und wartete immer noch, bis Meonre ihre Arbeit tat. Stattdessen wurde die Sklavin zunehmend eindringlicher und sprach dann über Gefahren, die Gerwina drohen könnten, und sie würde die Herrin beschützen, indem sie Gerwinas Gestalt annahm, ohne dass es jemand bemerkte. Das war der Herrin des Hauses nun zu viel des Guten: "Das muss ich aber unbedingt meinem Mann, dem Fürsten, erzählen, damit er aufpasst, wen er in unserem Bett hat: dich oder mich!" Bei der Vorstellung bemühte sie sich, nicht in ein lautes Lachen auszubrechen, was ihr aber nicht wirklich gelang.

"Aber mach dir keine Sorgen, gute Frau, ich bin ausreichend geschützt", sagte Gerwina mit weicher Stimme und pfiff dann kurz, woraufhin sofort ihr Kater Knut aus dem Gebüsch hervorkam, geschickt auf ihrer Schulter landete und die Magd, die neben Gerwina stand, mit seinen grünen Augen fixierte und knurrte. "Sie tut mir nichts", beruhigte die Herrin ihren Kater.

Als Gabinia  damals nach der Hochzeit ihr Haus verließ, nahm sie das Kätzchen aus dem letzten Wurf ihrer Hauskatze mit, die offenbar eine geheime Affäre mit einem wilden Kater aus dem nahegelegenen Wald hatte. Dieses kleine Wesen war größer als seine Geschwister und zeigte von Anfang an einen wilden, ungestümen Charakter. Und jetzt wurde aus dem kleinen, wuscheligen Jungen ein großer, stattlicher Kater mit schönen grünen Augen, der weiterhin auf ihrer Schulter saß, aber nicht mehr knurrte. Gerwina lächelte sanft, streichelte sein weiches Fell und sah dann Meonre an:

"Nein, ich trinke keinen Tee, danke! Aber warum hast du Angst, nach Norden geschickt zu werden?" Gerwina hatte bereits eine Idee, wohin sie diese Frau aus dem Alten Volk bringen konnten, doch darüber musste sie mit Eisu sprechen. 


*Das Bild ist mit KI erstellt
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Vormund (Pater Familias): Aulus Gabinius Secundus [Sonnmar] (NSC)
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05-24-2026, 12:33 PM,
Beitrag #8
RE: Kräutergarten
[Bild: Meonre.png]

"Oh nein, Herrin, es ist nur eine oberflächliche Illusion", sagte Meonre bestürzt: "WEnn der Herr dich wirklich liebt, wird er es sofort merken. Aber ich würde das auch nie wagen, Lady Gerwina. Der Herr würde mir den Kopf abschlagen"

Sie übertrieb. Herr Eisu war nicht grausam. 

Das seltsame Tier kam, das Lady Gerwina auf den Hof mitgebracht hatte. Selbstverständlich kannte Meonre Wildkatzen, doch Wildkatzen lebten nicht mit den Menschen. Das hier war viel kleiner. Die Lady nannte es "Knut" Es setzte sich sogar auf ihre Schulter und ließ sich herumtragen.

Meonre wich einen Schritt zurück, als Knut sie anknurrte.

"Was ist das? Eine Kater oder ein Hund?", fragte sie spöttisch, aber sehr leise. Das Tier war sehr römisch. Sie hatte etwas Angst vor ihm. 

Die Herrin lehnte den guten Tee für die Schwangerschaft ab, und Meonre zuckte mit den Schultern. Sie hatte nur helfen wollen.

Dann fragte sie jedoch, warum Meonre Angst hatte, in den Norden geschickt zu werden. 

Wie erklärte man dieses Wissen einer Fremden? 

Die Falken, die Rächer aus zweierlei Blut,  waren in diesem Zeitalter nun vergangen. Cathbad, der Große, der grausame Druide, war mit ihnen gestorben. Die römischen Adler hatten gewonnen, so schien es. Doch der Falkengeist war nicht völlig vernichtet. Er wurde immer wiedergeboren, und immer wieder führte er zu Unheil und Leid.

" Schon meine Mutter war Sklavin hier auf Comuxland. Ich kenne es nicht anders. Krieg wird aus dem Norden kommen, o Lady. Ich sollte hier bei euch und eurem Kind sein, wenn es so weit ist"

Die Dienerin sprach mit völliger Gewissheit. Die Dinge waren unausweichlich, sie sah sie in der Nacht, sie hörte sie in den Ästen der Bäume singen, sie schmeckte Bitternis auf ihren Lippen. Doch vielleicht konnten sich wenigstens die Comuxleute retten, und sie etwas dazu beitragen.
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