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08-13-2026, 05:44 PM,
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Dobunni
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[August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch
Es waren drei Monde vergangen, seit Inam den Comuxhof verlassen hatte und von Lady Gerwina verflucht worden war. *
Die ungewöhnliche Sommerhitze drückte schwer auf die Hügel um Isurium, doch es lag kein Glanz in dieser Jahreszeit. Der Himmel hatte die Farbe von schmutzigem Zinn angenommen. Hoch oben am Firmament kreisten Krähen, deren heisere Rufe wie ein ständiges Spottlied wirkten. Es waren viele Vögel für einen gewöhnlichen Nachmittag. Ein plötzlicher Windstoß wirbelte roten Staub auf, der sich wie frisches Blut über den ausgetrockneten Pfad legte – ein untrügliches Zeichen für diejenigen, die die Sprache der Götter verstanden.
Durch diesen Staub schleppte sich ein kleiner Zug von fünfzig Männern auf die Tore der brigantischen Hauptstadt zu. An ihrer Spitze ritt Inam. Von der Pracht, die ihn einst als Prinzen der Dobunni ausgezeichnet hatte, war äußerlich nichts geblieben. Seine Tunika war zerschlissen, verkrustet mit dem Schmutz einer langen, entbehrungsreichen Flucht, und der Mantel hing ihm in Fetzen von den Schultern. Seine Waffen hielt er sorgfältig unter dem Stoff verborgen; es war kein Moment für offenen Stolz, sondern für bittere Notwendigkeit. Doch wer ihm in die Augen blickte, sah sofort, dass dieser Mann ungebrochen war. Seine Haltung im Sattel blieb königlich, der Blick scharf und voller unnachgiebigem Mut.
Während sein Hengst den Hügel hinauf schritt, kreisten Inams Gedanken um die Frau, vor deren Mut seine Bitte um ein Bündnis abhängen würde. An den Feuern der Geächteten sprach man von Königin Rhian. Sie sollte eine Frau von atemberaubender Schönheit sein. Einst war sie dafür bestimmt gewesen, ihr Leben als Priesterin den Göttern zu weihen. Das Schicksal hatte sie aber mit König Cahir vermählt. Jedoch war der König von einer Fahrt in den Norden nicht zurück gekehrt. Aber Rhian wählte sich keinen neuen Gefährten unter den Verwandten ihres Mannes, was bedeutete, dass sie erwartete, dass er eines Tages zu ihr zurückkehren würde.
Inam hoffte, dass der Funke der Götter noch immer in der Königin der Briganten brannte. Er brauchte diese Verbindung zu den höheren Mächten ebenso sehr wie ihre Krieger. Noch aber lebte Rhian nicht in offener Feindschaft mit Rom. Die abtrünnigen und rebellischen Dobunni mussten daher äußerst vorsichtig sein.
Inams Blick schweifte über die kargen Felder vor den Toren Isuriums. Überall sah er das Werk der Besatzer. Rom nutzte das Territorium der Briganten schamlos als Aufmarschgebiet und logistische Basis für eine geplante Großoffensive in den ungezähmten Norden. Um die Legionen zu füttern, beuteten die Tribune das Land bis aufs Blut aus, und der Statthalter im fernen Londinium erlaubte es natürlich.
Prinz Inam lachte schnaubend: So sieht Roms Gerechtigkeit aus! Jede Familie hier oben hatte einen Grund, zornig zu sein.
Hinter dem Prinzen folgten seine verbliebenen Leute wie eine Schar von Geistern. Sie waren ausgezehrt, die Gesichter von Hunger und Erschöpfung gezeichnet. Einige von ihnen gingen barfuß, die Füße blutig von steinigen Pfaden . Andere hielten die Arme eng am Körper, um zu verbergen, dass sie nicht einmal mehr ein einfaches Messer besaßen. Sie glichen eher Flüchtlingen als einer Kriegerschar, und doch lag in ihrem dumpfen Schweigen Entschlossenheit.
Als der Zug die Befestigungen von Isurium erreichte, unterbrachen die Bewohner ihre Beschäftigungen. Das Elend, das die römischen Tribute über ihr Land gebracht hatten, spiegelte sich in den Gesichtern der Einheimischen wider.
Über den Köpfen der Torwachen stieß eine gewaltige Krähe einen gellenden Schrei aus und landete schwerfällig auf dem hölzernen Torbalken.
Cenmonoc, der Bluthund des Druidenrates , zog eine Augenbraue hoch. Er war ein dunkelhaariger Mann mit dunklen Augen, groß, breitschultrig und mehr Krieger als Priester. Schon lange Zeit war er Druidenschüler, und man munkelte, dass er die schwierigen Prüfungen auch gar nicht bestehen würde. Aber in diesen Zeiten war er dem Rat nützlich. Auch wenn es Cenmonoc an Gelehrsamkeit fehlte; er verstand sich darauf, Männern Ideen einzugeben, von denen sie später glaubten, dass es ihre eigenen gewesen wären und seine Ziele zu verfolgen, ohne sich jemals abschütteln zu lassen.
" Dieses Land und seine Götter sind voller Zorn, aber wir sind es nicht, die ihren Zorn erregen", sprach der Druidenschüler leise zum Prinzen:
" Ich rieche Blut. Ein Opfer wurde gebracht, doch nicht einmal das hat die Erde besänftigt"
Imam konnte ein Schaudern nicht unterdrücken . Es hatte also ein Menschenopfer gegeben. Solch eine wertvolle Gabe an die Götter wurde niemals grundlos geleistet. Aber das Land würde erst wirklich Frieden finden, wenn sie von seinen heiligen Hainen und Hügeln vertrieben worden waren....
Cenmonoc nickte kaum unmerklich, als hätte er Inams Gedanken gehört....
Am Tor verkündete der Älteste der Krieger mit rauer Stimme:
"Prinz Inam von den Dobunni entbietet Königin Rhian seinen Gruß und bittet um eine Audienz"
Cenmonoc erwähnte er auf dessen "Bitte" nicht.
Inams Kriegerschar war nun am Ende ihres langen Weges angekommen, um die einstige Priesterin aufzusuchen und mit ihr gemeinsam das Feuer des Widerstands zu entfachen.
* Die damit verbundenen Ereignisse kann man hier nachlesen.
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Volk der Dobunni
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08-13-2026, 10:07 PM,
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Rhian
» K ö n i g i n der Brigantes
  
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RE: [August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch
Rhian hielt sich in diesem Moment in den Stallungen auf und beaufsichtigte ihre beiden Töchter. Die ihre Ponys striegelten und bürsteten. Fröhliches Kinderlachen schallte durch dies Stallgebäude. Lediglich durchbrochen durch das zufriedene schnauben der beiden Ponys. Vor ihren Töchtern und den Söhnen ihres Gemahls gab sich Rhian zuversichtlich und als die starke Königin, als die sie auch von ihrem Volk gesehen wurde. In den Nächten, in denen sie alleine in ihrem viel zu großen Bett lag und grübelnd an die Decke starrte, überkam sie Heimweh und auch eine ziemlich starke Verlustangst. Am nächsten Morgen war von diesem düsteren Gefühl allerdings nichts mehr zu spüren. Dieses Gefühl ließ sie niemals nach außen dringen. Damit sich ihr Volk keine Sorgen um seine Königin machen musste. Denn seitdem ihr Gemahl von einer Fahrt in den Norden nicht zurückgekehrt war, war Rhian faktisch zur Alleinherrscherin der Brigantes bestimmt worden. Auf die Nachfragen ihrer beiden Stiefsöhne hatte Rhian irgendwann keine Antwort mehr gehabt. Auch wenn sie ihre Göttin befragte und stundenlang vor der silbernen Schale saß und in das Wasser hineinblickte, so hatte sie ihre Göttin lediglich zweifelhafte Bildfragmente sehen lassen. Bildfragmente die Rhian bang ums Herz werden ließ. Nach jedem Blick in die Silberschale musste sich Rhian erst wieder sammeln. Ihre Gedanken sortieren, um sich ihrem Volk als starke Königin zu präsentieren. Ihr Volk durfte unter keinen Umständen auf den Gedanken kommen, dass Rhian schwach wäre und nicht fähig alleine die Krone der Brigantes zu tragen. Erst das lautstarke scheppern eines umfallenden Eimers ließ Rhian wieder in die Wirklichkeit zurückkehren. Doch es war nicht der Wassereimer der sie zusammenzucken ließ. Es war etwas anderes und dieses e t w a s anderes ließ ihr einen Schauer über den Rücken rieseln. Auch ihre beiden Töchter bemerkten die Veränderung ihrer Mutter und hielten augenblicklich mit dem bürsten ihrer Ponys inne. Fragendes blinzeln in Richtung ihrer Mutter. Rhian schüttelte kaum merklich ihren Kopf. So ging das putzen und striegeln der Ponys weiter. Bis zu dem Moment als eine der Wachen in den Stall kam, sich verneigte und verkündete, dass eine Entourage vor dem Tor erschienen war. Eine Entourage? Etwa ..Cahir? Das leuchten ihrer Augen blieb der Wache nicht verborgen, als dieser seinen Kopf schüttelte und Rhian somit zu verstehen gab, dass es nicht Cahir war, der sich vor dem Tor eingefunden hatte. Nur, wenn es nicht Cahir war, wer mochte es dann sein? Mit ihren beiden Töchtern an der Hand und der Wache an ihrer Seite verließ Rhian hoch erhobenen Hauptes die Stallungen und begab sich zum Tor. Dort standen nicht wenige Männer, bewaffnete Männer wie sie erkennen konnte. Augenblicklich spannte sich Rhian an, was ihren beiden Töchtern nicht verborgen blieb und diese ein leises wimmern über ihre Lippen entweichen ließ. Ein scharfer Blick ihrer Mutter brachte ihre beiden Töchter dazu augenblicklich zu verstummen. Während Rhian sich dem Tor Schritt für Schritt näherte. Um schließlich in einiger Entfernung hoch erhobenen Hauptes und mit stolzer Miene stehen blieb. “Königin Rhian ist gekommen. Was wünscht ihr?“ Drang die Stimme eines der Wachsoldaten an das Gehör der Königin. Diese Worte waren einzig und alleine für den ehrbaren Mann gerichtet, der nach ihrer Königin verlangte.
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08-18-2026, 04:54 PM,
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Dobunni
NSC

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RE: [August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch
Inam hielt den Kopf erhoben. Er hatte alles verloren, doch sein Stolz war ungebrochen.
Als schließlich die Brigantenkönigin an das Tor trat, stockte ihm für einen kurzen Herzschlag der Atem. Rhian entsprach so gar nicht der rauen Tristesse dieses Tages. Sie war jünger als er vermutet hatte, und sie stand da wie eine Erscheinung aus den alten Liedern: Unter ihrer dunklen Kapuze rahmten lange, wellige Kastanienhaare ein Gesicht von makelloser Schönheit. Auf ihrer Stirn schimmerte das Zeichen des Mondes, und ihre Augen glänzten kühl und wachsam im fahlen Sommerlicht.
Noch sprach sie nicht zu ihm. Einer ihrer Krieger fragte ihn, was er begehrte.
Auch Cenmonoc schaute zur Königin. Er spürte ihre Kraft. Menschliche Schönheit interessierte ihn nicht, aber hier war eine Frau, die mit den Göttern sprach. Cenmonoc ahnte Schuld und etwas Dunkles wie ein Blutopfer. Hinter der Schönheit dieser Frau steckte mehr als auf den ersten Blick sichtbar war.
Inam neigte das Haupt, gerade so viel, wie es der Respekt verlangte, und seine tiefe Stimme antworte nicht dem Soldaten, sondern der Brigantin selbst:
" Slānijā tibei, Rīgonā!“ Heil dir Königin
Inam ignorierte die Wache. Seine Augen blieben fest in Rhians Blick verankert. Ein schmales, fast trotziges Lächeln stahl sich auf seine Lippen:
" Was ich will, meine Lady“, erwiderte Inam ruhig, aber mit einer Intensität, die jeden Mann am Tor aufhorchen ließ, "ist nicht für aller Ohren bestimmt.“
Ein leises Raunen ging durch die Reihen der brigantischen Krieger.
Der Neuankömmling war hochmütig, ja fast unverschämt.
Nun wäre es nämlich erst einmal an der Reihe gewesen, die üblichen Geschenke, wenn zwei königliche Häuser in Kontakt traten, zu übergeben. Aber Inam Ap Catti kam mit leeren Händen.
Er breitete die Arme leicht aus, die Handflächen nach oben gerichtet. Er besaß kein Gold mehr, keine feinen Stoffe, keine verzierten Amphoren. Doch besaß er seinen Hass gegen Rom, genährt durch den Druidenschüler.
"Mein Gastgeschenk o edle Konigin“, sagte er, und seine Stimme hallte von den Steinmauern wider,
"sei der Flug der Krähen, die über unseren Feinden kreisen. Es sei der Mut der Falken, die sich aus den Wolken stürzen. Es sei die Schlauheit des Fuchses, der die Fallen der Jäger umgeht.“
Er legte die Hand langsam und demonstrativ auf den Griff seiner eigenen Waffe:
"Und mein Gastgeschenk ist dieses Schwert. Bereit, geschwungen zu werden gegen die gierige Wölfin aus Rom, die unserer aller Welt bedroht und Stück für Stück verschlingt.“
Inam verstummte. Immer noch krächzten viel zu viele Krähen. Er erwartete das Urteil der Königin, die so glänzend und lieblich war wie das Gestirn, dessen Abbild ihre Stirn zierte.
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Volk der Dobunni
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08-21-2026, 04:24 PM,
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Rhian
» K ö n i g i n der Brigantes
  
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RE: [August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch
Ruhig und mit einem selbstsicheren Lächeln auf ihren Lippen blickte Rhian dem Fremden entgegen. Kurz nur zuckte ihr Blick aus dem Augenwinkel in Richtung des Druidenschülers und spürte ein leichtes ziehen hinter ihrer Stirn. An der Stelle, an der man einst den Mond in ihre Haut geritzt hatte. Dieses Gefühl verschwand genauso schnell wie es erschienen war und ließ Rhians Blick schließlich auf dem Dunkelblonden ruhen, der sich in just diesem Moment an sie wandte. „Slānijā tibei, Rīgonā!“ Seine Stimme war ruhig und tief und Rhian musste unwillkürlich schlucken. Denn für einen kurzen Augenblick hatte sie die Eingebung Cahir würde direkt vor ihr stehen. Was nicht möglich sein konnte. Und so atmete die Priesterin der Großen Göttin und Briganten Königin tief durch. Nach wie vor schwieg Rhian. Versuchte sie doch ihre aufwühlenden Gedanken unter Kontrolle zu bekommen. Denn auf einen solchen Besuch war sie nicht vorbereitet gewesen. Selbst die Große Göttin hatte geschwiegen und ihr nichts gezeigt. Als der Fremde erneut seine Stimme erklingen ließ und ihr erklärte, dass das was er ihr zu sagen hatte nicht für jedermanns Ohren bestimmt war, spürte Rhian wie sich die Wachen in ihrer unmittelbaren Nähe anspannten. Und auch wie sie selbst aufmerksam und wachsam wurde. Argwöhnisch konnte sich der Dunkelblonde nun von ihr gemustert fühlen. Auch ihre brigantischen Krieger wurden aufmerksam, was man an dem leisen raunen deutlich hören konnte. “Ich denke hier ist es gut.“ Gab Rhian mit ruhiger Stimme zur Antwort. Oh nein. Unter keinen Umständen würde sie seinem Wunsch nachgeben. Wieso sollte sie? Er hatte ihr Land unbefugt betreten. Sie war hier Regentin, in Abwesenheit ihres Gatten. Und somit würde sie sich von niemandem irgendwelche Regeln aufdrücken lassen. Wenn er damit ein Problem hatte, müsste er unverrichteter Dinge von dannen ziehen. Als der Unbekannte im nächsten Moment seine Arme ausbreitete, konnte man erkennen, wie die Hände der Wachen an die Schwerter gingen. Jederzeit bereit ihre Königin zu beschützen. Erst jetzt entsann sich Rhian, dass man den Dunkelblonden als Prinz Inam von den Dobunni vorgestellt hatte. Nur wie ein Prinz sah er bei weitem nicht aus. Eher wie ein abgerissener Landstreicher. Diese Gedanken behielt Rhian streng für sich, auch wenn man es kurz in ihren Augen aufblitzen sehen konnte. Als er dann jedoch von seinem Gastgeschenk sprach, wurde Rhian wieder aufmerksamer und heftete ihren Blick ohne zu blinzeln auf den Prinzen der direkt vor ihr stand und nun seine Arme ausbreitete. Als wollte er den gesamten Innenhof umarmen. Als der Prinz im nächsten Moment ein weiteres mal seine Stimme erklingen ließ, so hallte diese doch von den Steinmauern wider. Rhians beide Töchter begannen leise zu wimmern, so dass die Brigantenkönigin ihre beiden Töchter nach drinnen scheuchte, in Begleitung zweier Dienstmägde. “Der gierigen Wölfin werden wir die Krallen stutzen.“ Erklärte Rhian mit absolut ruhiger Stimme, auch wenn man es kurz in ihren Augen aufblitzen sehen konnte. Sie verstand worauf der Prinz hinaus wollte und wenn Rhian ganz tief in sich hineinhorchte, dann wollte sie genau das gleiche. Das Ende der Schreckensherrschaft eben jener römischen Wölfin. “Begleitet mich.“ Sprach Rhian und drehte sich auf dem Absatz herum. Ihren beiden treuen Wachen gab sie das stumme Zeichen sich im Hintergrund parat zu halten. Während sie dem Prinzen zu verstehen gab, dass er ihr folgen sollte. Rhian selbst lenkte ihre Schritte in Richtung des Eichenhains.
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08-30-2026, 05:05 PM,
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Dobunni
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RE: [August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch
Sie hatte Töchter, die sie liebevoll tröstete und dann den Mägden übergab! Prinz Inam rührte es einen Moment lang, die Königin als Mutter zu sehen. Rhian überlegte auf seine Worte hin, schaute ihn prüfend an und schaute auch Cenmonoc, der keine Scheu zeigte, sondern sich reckte und seine Muskeln spielen ließ, an. Auf Inam wirkte er .... undruidisch, und unwillkürlich wurde seine Eifersucht geweckt. Er runzelte die Stirn: " Zeig etwas mehr Respekt, Meister"
Der Druidenschüler lachte ihn aus: " Eine begehrenswerte Frau in der Blüte ihrer Jugend, die schon lange keinen Mann mehr gehabt hat. Ich gefalle ihr. Ich werde mit ihr schlafen, wenn sie mich auf ihr Lager bittet"
" Ich würde König Cahir , falls er noch lebt, nicht damit beleidigen, in dem ich mit seiner Frau schlafe. Wir brauchen ihn als Verbündeten, vergiss das nicht"
Cenmonocs Lachen verschwand: " Aber die Königin selbst hat das Recht zu entscheiden, wem sie die Freundschaft ihrer Hüfte gewährt....Ah, ich vergaß: Ihr Dobunni seid ja halbe Römer! Ihr glaubt, dass man Jungfrauen und Ehefrauen einsperren muss und dass sie nichts zu bestimmen haben.Oder sollte ich sagen: Du selbst bist ein ganzer Römer! Du bist doch im Besitz des Bürgerrechts, nicht wahr, mein Prinz?"
Inam winkte ab, denn jetzt sprach die Königin der Briganten noch einmal. Ihr Satz ging ihm ans Gemüt.
" Der gierigen Wölfin werden wir die Krallen stutzen. Begleitet mich"
Sie hatte nur Inam dabei angesehen. Der fühlte eine seltsame Hochstimmung. Er befahl seiner Schar zu warten; er hoffte, dass sie Speise und Trank erhalten würden.
Auch Cenmonoc blieb zurück. Doch bevor Inam ging, malte er ein Zeichen in die Luft,
schloss für einen Atemzug die Augen, rief die einfache, rohe Kraft der Erde an, die ihm näher war als jede Theorie. Dann führte er die Hand zum Herzen. Seine Finger krümmten sich wie die Wurzeln einer alten Eiche, ehe er sie fließend in Rhians Richtung öffnete. Es war eine Geste, so subtil, dass man sie für einen schlichten Gruß halten konnte.
In der Luft zwischen ihnen flirrte für den Bruchteil einer Sekunde ein Hauch von grünem Staub, kaum dicker als der Rauch einer erloschenen Kerze. Der Duft von frischem Sommerregen und aufgebrochener Erde. Cenmonoc sah die Königin unverwandt an. Er sendete ihr eine tiefe, schmerzhafte Sehnsucht, wild und ungezähmt wie die Moore im Norden
Auf Cenmonocs Lippen lag plötzlich ein Lächeln, das nur der Priesterin galt. Sie sprach mit den Göttern, sie würde ihn hören.
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Volk der Dobunni
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08-31-2026, 02:31 PM,
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Rhian
» K ö n i g i n der Brigantes
  
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RE: [August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch
Rhian spürte die Blicke ihrer beiden Töchter in ihrem Rücken, als sie dem Prinzen voran ging. Sie wusste, dass er ihr folgen würde. Und so blickte sie sich auch kein weiteres mal um. Denn seine Schritte waren deutlich zu hören. Auch wenn er vermutlich versuchte leiser zu gehen. Doch für Rhian hörten sich seine Schritte wie eine schnaubende Pferdeherde an. Ein Gedanke der ein stilles Lächeln auf ihre Lippen zauberte. Schließlich erreichte Rhian den Eichenhain und drehte sich in einer einzig fließenden Bewegung zu den beiden Männern herum. Nachdenklich der Ausdruck in ihrem Gesicht, als ihr Blick zuerst den Prinzen striff, um anschließend auf dem Druidenschüler zum Liegen zu kommen. Dabei grub sich die steile Falte etwas tiefer zwischen Rhians Augenbrauen. Auch wenn sie den beiden Männern gegenüber stumm blieb. Denn in diesem Moment zeichnete der Druidenschüler ein Zeichen in die Luft. Ein Symbol welches Rhian nur allzu gut bekannt war. Auch wenn sie weiterhin schwieg, spürte sie doch wie ihr Herz kraftvoller in ihrer Brust pochte und wie sich die Macht in ihr zu Wort meldete. Ihre Göttin sich zeigen wollte. Dies jedoch ließ Rhian nicht zu. Vorerst zumindest nicht. Auch wenn sie sich aufrichtete. Ihre Schultern straffte und ihr Kinn reckte. Schließlich sollte den beiden Herren bewusst sein, mit wem sie es hier zu tun hatten. Rhian war keine Priesterschülerin. Sie war von der Göttin höchstselbst geweiht. Und zugleich Königin der Briganten, Repräsentantin in Abwesenheit ihres Gatten. Denn das Cahir wieder zurückkehrte und an ihrer Statt ihr Volk regieren würde, erhoffte sich Rhian mit jedem Tag, den sie nichts von ihrem Gemahl gehört hatte. Urplötzlich war es im Eichenhain absolut still. Kein Vogel sang. Kein Blatt raschelte. Und diese Tatsache irritierte Rhian sichtlich, was man ihr auch deutlich ansah. Dabei war es nicht der Prinz der in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit geraten war. Sondern der Druidenschüler, der auf einmal diese seltsame Handbewegung in ihre Richtung gemacht hatte. Und Rhian den Eindruck hatte, als würde sie auf einmal schweben, seitdem sie diesen seltsamen Rauch eingeatmet hatte. War es überhaupt Rauch? Es könnte auch ..Staub gewesen sein. Aber grüner Staub? Schon sehr merkwürdig. Doch noch bevor Rhian sich darüber weitere Gedanken machen konnte, spürte sie auf einmal wie sich ihr Herz öffnete. Wie ein tiefes Sehnen von ihr Besitz ergriff und wie ihr Herz rascher in ihrer Brust klopfte. Hart und unnachgiebig ihr Herzschlag, während dieses dunkle Sehnen wild und ungezähmt in ihrer Brust aufflammte. Dieses Gefühl hatte sie schon eine ganze Zeitlang nicht mehr gespürt. Nicht, seitdem sie sich von Cahir verabschiedet hatte und dieser in den Norden aufgebrochen war. “Druidenschüler.“ Eine leise Warnung schwang in Rhians Stimme mit, während sich ihr Blick beinahe bedrohlich auf Cenmonoc niederlegte.
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