(05-09-2026, 06:02 PM)Publius Gabinius Secundus schrieb: ...Da kam uns Gerfridu aber auch schon entgegen, und er trug eine halbohnmächtige Stella auf den Armen.
"Fridila!", rief ich und nahm sie meinem Onkel aus den Armen: "Fridila, meine geliebte Fridila!" Ihr Gesicht war bleich wie Marmor, und mir blieb das Herz stehen vor Schreck.
Fenia erkannte mit einem Blick den Ernst der Lage: "Bis zum Haus schaffen wir es nicht mehr", stellte sie fest: "Tragen wir sie ins Balneum, wenn du nicht willst, Herr Gabinius, dass dein Kind im Wald auf die Welt kommt"
Mit sanften Worten versuchte Gerfridu, mir Mut zu machen, und sprach beruhigend auf mich ein: "Alles wird gut, Stella. Wir sind gleich zu Hause, halte durch." Die Wehen kamen stärker und regelmäßiger und ich stöhnte leise, aber trotz der Schmerzen und der Ungewissheit fühlte ich mich durch die Unterstützung des Onkels gestärkt. Dann erkannte ich die Stimmen von Friudel und Fenia, die uns mit schnellen Schritten entgegenkamen …
"Fridila! Fridila, meine geliebte Fridila!", hörte ich Sonnwins Stimme, während er mich auf seine Arme nahm. Ich klammerte mich an meinen Friudel und schluchzte leise: "
Es ist so weit, mein Herz, bring mich nach Hause." Kaum hatte ich das gesagt, als mich ein stechender Schmerz heftig überfiel, und wie durch Nebel vernahm ich Fenias Stimme, dass wir es nicht nach Hause schaffen würden und Herr Gabinius mich ins Balneum tragen sollte. ...
Die Schmerzen und die Wehen ließen nach, sodass ich meine Umgebung kurz wahrnehmen konnte. Das Wasser plätscherte beruhigend vor sich hin. Es roch nach frischen Kräutern und Holz, und ein vertrauter Duft ging von dem Mantel aus, den mein Mann am Boden ausgebreitet hatte, um mir Wärme zu spenden. Meine Augen suchten seinen Blick:
"Friudel, mein Liebster, gib mir deine Hand, das wird mir Kraft geben, diese Tortur zu überstehen ..."
Fenia kümmerte sich sorgfältig um mich und gab mir ihre schmerzlindernde Medizin, die für kurze Zeit half. Ich sah Sylvana und Riona, die frische Tücher in den Händen trugen. Auch Durs war hier und wartete auf seine Aufgaben. Es war bereits seine dritte Geburt, die erste war
in den Marschen von Sabrina, in der Wildnis, so ähnlich wie jetzt und hier....
Die Stunden vergingen, die Dunkelheit senkte sich über den Wald. Doch das dritte Kind ließ auf sich warten. Die Wehen kamen und gingen in Wellen. Als die Schmerzen unerträglich wurden, musste ich alle Kräfte sammeln, um durchzuhalten. Dann, nach dem kurzen, aber zerreißenden Schmerz, ertönte der Schrei des Neugeborenen, und ich spürte eine Mischung aus Schmerz, Erleichterung und tiefer Wärme.
"Friudel, wen haben wir da?" flüsterte ich erschöpft, aber glücklich...