Kira machte sich auf den Weg, nach ihrem Bruder Sionn zu suchen. Der kleine Illiborn gluckste erneut und ich strich unserem Sohn behutsam über die winzigen Händchen und lächelte ihn an. Dann ist er wieder eingeschlafen. Spiros gab mir inzwischen noch einen Brief, den ich nun lesen wollte, als mein Friudel das Officium betrat und fragte besorgt, ob sein Onkel schlechte Nachrichten bekam.
"Friudel, schön, dass du gekommen bist und nein, ich denke, es waren sehr gute Nachrichten, dein Onkel hat einen Brief von Viola bekommen, hat den gelesen und stürmte davon!" Ich schmunzelte.
"Sie hat mir auch geschrieben, kannst du später selbst lesen, sehr romantisch!"
Währenddessen schickte Sonnwin unseren jungen Griechen Spiros in die Küche, um uns etwas Saft zu holen. Ich ließ ihn gehen, denn ich ahnte, dass mein Gemahl etwas mit mir besprechen wollte.
"Salve, mein Friudel", lächelte ich und sah ihn fragend an.
Es ging also um Sabinas Sklavin aus Alexandria, und Sonnwin fragte mich, ob ich noch Kontakt zu Claudia hätte.
"Nein, Sabina hat sich, seitdem sie die Stadt verlassen hatte, nicht mehr bei mir gemeldet. Ich habe ihr damals noch eine Einladung zu Claras Hochzeit abgeschickt, aber keine Antwort bekommen. Warum fragst du?"
Und Friudel erzählte mir dann, dass unser Knecht Rango und Sabinas Sklavin Niko sich verliebt hatten und die beiden heiraten wollten. Aber wie sollte es zwischen einer römischen Sklavin, die nicht unser Eigentum war und unserem germanischen Knecht Rango gehen?
"Leider kenne ich die Adresse von Claudia in Londinium nicht und kann sie nicht fragen, ob sie bereit wäre, ihre Sklavin an uns zu verkaufen. Dann könnten die beiden heiraten." Ich dachte kurz nach:
"Ich glaube aber nicht, dass Sabina sich irgendwann mal bei uns meldet. Daher würde ich vorschlagen, dass wir die beiden doch heiraten lassen, und wenn Claudia mal nach Iscalis kommt, stellen wir sie vor vollendete Tatsachen!"