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RE: [August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch
Ruhig und mit einem selbstsicheren Lächeln auf ihren Lippen blickte Rhian dem Fremden entgegen. Kurz nur zuckte ihr Blick aus dem Augenwinkel in Richtung des Druidenschülers und spürte ein leichtes ziehen hinter ihrer Stirn. An der Stelle, an der man einst den Mond in ihre Haut geritzt hatte. Dieses Gefühl verschwand genauso schnell wie es erschienen war und ließ Rhians Blick schließlich auf dem Dunkelblonden ruhen, der sich in just diesem Moment an sie wandte. „Slānijā tibei, Rīgonā!“ Seine Stimme war ruhig und tief und Rhian musste unwillkürlich schlucken. Denn für einen kurzen Augenblick hatte sie die Eingebung Cahir würde direkt vor ihr stehen. Was nicht möglich sein konnte. Und so atmete die Priesterin der Großen Göttin und Briganten Königin tief durch. Nach wie vor schwieg Rhian. Versuchte sie doch ihre aufwühlenden Gedanken unter Kontrolle zu bekommen. Denn auf einen solchen Besuch war sie nicht vorbereitet gewesen. Selbst die Große Göttin hatte geschwiegen und ihr nichts gezeigt. Als der Fremde erneut seine Stimme erklingen ließ und ihr erklärte, dass das was er ihr zu sagen hatte nicht für jedermanns Ohren bestimmt war, spürte Rhian wie sich die Wachen in ihrer unmittelbaren Nähe anspannten. Und auch wie sie selbst aufmerksam und wachsam wurde. Argwöhnisch konnte sich der Dunkelblonde nun von ihr gemustert fühlen. Auch ihre brigantischen Krieger wurden aufmerksam, was man an dem leisen raunen deutlich hören konnte. “Ich denke hier ist es gut.“ Gab Rhian mit ruhiger Stimme zur Antwort. Oh nein. Unter keinen Umständen würde sie seinem Wunsch nachgeben. Wieso sollte sie? Er hatte ihr Land unbefugt betreten. Sie war hier Regentin, in Abwesenheit ihres Gatten. Und somit würde sie sich von niemandem irgendwelche Regeln aufdrücken lassen. Wenn er damit ein Problem hatte, müsste er unverrichteter Dinge von dannen ziehen. Als der Unbekannte im nächsten Moment seine Arme ausbreitete, konnte man erkennen, wie die Hände der Wachen an die Schwerter gingen. Jederzeit bereit ihre Königin zu beschützen. Erst jetzt entsann sich Rhian, dass man den Dunkelblonden als Prinz Inam von den Dobunni vorgestellt hatte. Nur wie ein Prinz sah er bei weitem nicht aus. Eher wie ein abgerissener Landstreicher. Diese Gedanken behielt Rhian streng für sich, auch wenn man es kurz in ihren Augen aufblitzen sehen konnte. Als er dann jedoch von seinem Gastgeschenk sprach, wurde Rhian wieder aufmerksamer und heftete ihren Blick ohne zu blinzeln auf den Prinzen der direkt vor ihr stand und nun seine Arme ausbreitete. Als wollte er den gesamten Innenhof umarmen. Als der Prinz im nächsten Moment ein weiteres mal seine Stimme erklingen ließ, so hallte diese doch von den Steinmauern wider. Rhians beide Töchter begannen leise zu wimmern, so dass die Brigantenkönigin ihre beiden Töchter nach drinnen scheuchte, in Begleitung zweier Dienstmägde. “Der gierigen Wölfin werden wir die Krallen stutzen.“ Erklärte Rhian mit absolut ruhiger Stimme, auch wenn man es kurz in ihren Augen aufblitzen sehen konnte. Sie verstand worauf der Prinz hinaus wollte und wenn Rhian ganz tief in sich hineinhorchte, dann wollte sie genau das gleiche. Das Ende der Schreckensherrschaft eben jener römischen Wölfin. “Begleitet mich.“ Sprach Rhian und drehte sich auf dem Absatz herum. Ihren beiden treuen Wachen gab sie das stumme Zeichen sich im Hintergrund parat zu halten. Während sie dem Prinzen zu verstehen gab, dass er ihr folgen sollte. Rhian selbst lenkte ihre Schritte in Richtung des Eichenhains.
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