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[August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch
09-27-2026, 06:17 PM,
Beitrag #9
RE: [August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch
[Bild: Prinz-Inam.png]


Inam spürte, wie ihm bei Cenmonocs dreisten Worten die Galle hochstieg.
Der Prinz der Dobunni stand starr daneben, die Hand wie automatisch an den Knauf seines Gladius gelegt – eine Waffe, die er von den Besatzern übernommen hatte, genau wie deren Sinn für Disziplin und Ordnung. Seine Kiefermuskeln mahlten.
Rhians Stolz, ihre königliche Haltung und die unnahbare Schönheit hatten ihn tief beeindruckt, doch Cenmonocs rohe, ungehobelte Art beschämte ihn zutiefst.
Noch mehr aber schmerzte ihn das Aufkommen der Eifersucht. Er sah, wie Rhian auf den Druidenschüler reagierte, und er hasste es, dass seine eigene, vom Zurückhaltung ihn hier wie einen tatenlosen Zuschauer wirken ließ.

Aber Königin Rhian war  selbst mächtig genug, dem Druidenschüler eine klare Absage zu erteilen. Sie war ihrem fernen Gatten treu.

Es war nicht Inams Triumph, doch ein wenig triumphierte er, als er ihre sanfte Stimme hörte, wie sie Cenmonocs ganz und gar nicht selbstloses Angebot ablehnte.

Demonstrativ trat er zwischen die beiden, um Cenmonocs besitzergreifende Aura zu brechen, wendete sich jedoch mit einer tiefen, respektvollen Verbeugung an die Brigantenkönigin. Seine Stimme war kontrolliert:

"Verzeih ein zweites Mal  die Anmaßung meines Begleiters, Königin Rhian. Die Druiden vergessen im Wald manchmal die Etikette, die einer Herrscherin gebührt. Wir sind hier, um Verbündete gegen Rom zu suchen, nicht um deinen Hof oder deine Gefühle in Aufruhr zu versetzen.Dein Gemahl Cahir mag fern sein, doch der Respekt vor eurem Thron – und eurem Haus – steht für mich an erster Stelle" Mit einem giftigen Seitenblick strafte Inam den Druidenschüler ab.

Cenmonoc wandte den Blick nicht von Rhian, als Inam dazwischenschritt. Das amüsierte Funkeln in den Augen des Druidenschülers vertiefte sich nur, während er die eifersüchtige Anspannung des Prinzen genauestens registrierte. Für Cenmonoc war Inams Zorn kein Hindernis, sondern eine Einladung zu einem weitaus gefährlicheren Spiel.

Er machte einen langsamen, fast tänzerischen Schritt zur Seite, um die ungehinderte Sicht auf die Königin zu wahren, und bedachte den Prinzen mit einem Lächeln:
" Etikette, Prinz Inam?“, wiederholte Cenmonoc das Wort, als schmecke es widerlich auf seiner Zunge. Seine Stimme verlor nichts von ihrem samtigen, schmeichelnden Klang, mit dem er kurz zuvor noch Rhian umworben hatte:
"Du sprichst von Respekt, doch du bringst den fahlen Atem der Adler in diesen heiligen Hain. Du stehst vor einer geweihten Königin der Briganten und klammerst dich an ein eisernes Kurzschwert. Wer von uns beiden vergisst hier eigentlich, wer er ist?“

Er trat noch ein Stück näher an Rhian heran, seine breiten Schultern nahmen ihr fast das Licht, während sein Blick an ihren Zügen haftete:
"Die Königin der Briganten und die Priesterin weiß, dass die wahre Macht nicht in diesen Höflichkeiten liegt, sondern im Blut, das nach Freiheit verlangt. Und nach dem alten Leben auf der Insel der Götter. Muss ich deine Erinnerung  wirklich wecken, Prinz? “

Inams Herz setzte für einen quälenden Schlag aus. Das Blut wich ihm so jäh aus dem Gesicht, dass er unter seiner gebräunten Haut fahl wirkte. Seine Eifersucht, die eben noch wie ein heißes Feuer in seiner Brust gebrannt hatte, erstarb augenblicklich unter einer Lawine aus nacktem Entsetzen.
Er verstand die unterschwellige Schärfe in Cenmonocs Worten nur allzu gut. Der Druidenschüler drohte Rhian nicht – er umgarnte sie weiterhin mit ungezügelter, charismatischer Frechheit –, aber er hatte seine Waffe gewechselt und zielte nun direkt auf Inam.

Es war der Beginn eines Gogan. Ein ritueller Spott, der, wenn Cenmonoc ihn erst einmal in die perfekten, magischen Verse kleidete, Inams Schicksal besiegeln würde.

Inam wusste, dass ein Herrscher der Dobunni makellos sein musste – frei von körperlichen Gebrechen und unbefleckt von Ehrverlust.
Wenn der Druidenschüler ihn hier, vor den Augen der Brigantenkönigin als unfähigen, römischen Knecht brandmarkte, der seine eigenen Traditionen verleugnete, würde dieser Spott wie ein Fluch an ihm haften.
Ein wirkmächtiges Gogan besaß die Macht, die Gefolgschaft der Krieger zu vergiften. Es würde Inam in den Augen der Stämme  immer als Anführer disqualifizieren, noch ehe der Aufstand überhaupt begonnen hatte. Seine Autorität als neuer König der Dobunni schwand mit jeder Sekunde, die er schweigend und mit der Hand am römischen Knauf dastand.
Er war gefangen zwischen der Angst, die Beherrschung zu verlieren, und der Gewissheit, dass jedes weitere Wort Cenmonocs ihn tiefer in den Ruin treiben konnte. Nun schaute auch er die Brigantenkönigin an, damit sie ein Machtwort spräche. Am liebsten wäre es ihm gewesen, dass sie den Druidenschüler weit wegschicken würde. Wer war er schon? Nicht von Adel, und die Prüfungen hatte er nie abgelegt. Er war kein vollwertiger Druide.
Inam wollte diesen gefährlichen Kerl loswerden. Ein böser Plan keimte in ihm auf, aber dazu musste er Königin Rhian unter vier Augen sprechen.
[Bild: 3_15_08_22_9_38_19.png]
Volk der Dobunni
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RE: [August 834 A.U.C.] Wilder Fuchs und Adlerfluch - von Dobunni - 09-27-2026, 06:17 PM
RE: Große Halle - von Druide - 09-11-2026, 04:31 PM

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