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Private Räume des Marcus Salvius Falco
Vor 6 Stunden,
Beitrag #2
RE: Private Räume des Marcus Salvius Falco
Falcos Rückkehr

Die ersten Nächte im eigenen Bett waren seltsam gewesen. Alles war vertraut und doch irgendwie fremd. Er hatte allein geschlafen, denn ihm war weder nach Vergnügen noch nach Unterhaltung gewesen. Ab und zu träumte er noch von Feuer. Dann schreckte er schwer atmend und hustend hoch, als stünde er wieder mitten im dichten Rauch und bekäme keine Luft.
 
Noch war er nicht bereit, jemandem seine Schwäche einzugestehen, auch wenn er sicher war, dass keine seiner Sklavinnen es wagen würde, darüber mit irgendjemandem zu sprechen.
Doch diese Nacht war gut gewesen. Er hatte durchgeschlafen und war erholt aufgewacht.
 
Im Haus herrschte noch Stille.
Die Sonne war wohl gerade erst aufgegangen, und vermutlich bewegten sich alle auf Zehenspitzen, um ihn nicht zu stören. Der Herr des Hauses war zurück.
 
Falco schwang die Beine aus dem Bett, zog die Füße jedoch sofort wieder unter die warme Decke zurück. Der Boden war eiskalt.
„Janus!!!“, brüllte er aus voller Lunge.
Das ging also noch. ?
 
Es dauerte keine Minute, bis der Gerufene im Zimmer stand.
Wie immer hatte er vor der Tür seines Herrn geschlafen, um sofort zur Stelle zu sein, sobald dieser etwas benötigte.
„Dominus, wie kann ich Euch helfen?“
Der junge Sklave sah ihn etwas verunsichert an. Er wusste nur zu gut, dass sein Herr mitunter recht unwirsch reagieren konnte, wenn ihm etwas nicht passte.
„Warum ist der Boden kalt? Soll ich mir hier den Tod holen? Ich will sofort wissen, wer für das Heizen verantwortlich ist. Und wenn du ihn nicht findest, wirst du dafür büßen. Bring mir meine Pantoffeln und einen warmen Mantel. Sorge dafür, dass mein conditum paradoxum auch wirklich heiß ist. Außerdem will ich heute Morgen Käse und Eier. Beeil dich! Was stehst du noch hier herum?“
Falco war wirklich aufgebracht. Schließlich war er der Hausherr, und es spielte keine Rolle, wie lange er fort gewesen war. Er erwartete, dass alles wie am Schnürchen lief.
Der junge Sklave eilte davon und kehrte kurz darauf mit den Pantoffeln und einem Mantel zurück, den er Falco um die Schultern legte. Dann verbeugte er sich leicht und verließ beinahe fluchtartig das Zimmer, um die übrigen Aufträge zu erledigen.
 
Falco zog den Mantel eng um sich. Schon jetzt bereute er, ins nasse, kalte Britannien zurückgekehrt zu sein. Warum eigentlich hatte er unbedingt wieder hierhergewollt?
Er schlurfte ins Esszimmer. Auch dort war es kalt. Zwar nicht ganz so schlimm wie in seinem Schlafzimmer, aber es war offensichtlich, dass lange nicht mehr geheizt worden war.
Die Kline fühlte sich klamm an, und die Kissen rochen leicht muffig. Wütend schleuderte Falco alles auf den Boden.
„Was für ein Saustall ist das hier? Kaum ist der Herr aus dem Haus, schon tanzen die Mäuse auf dem Tisch! Ich werde euch alle verkaufen, doch vorher werdet ihr eure gerechte Strafe erhalten. Auch wenn ich danach nichts mehr für euch bekomme! Janus, wo bleibt mein Frühstück? Und sorge endlich dafür, dass es hier warm wird! Muss man hier alles selbst erledigen?“, brüllte er in den Raum.
Der junge Sklave kehrte mit einem Tablett zurück auf dem ein dampfender Becher und ein Brett mit Käse, Brot und Salz sowie einem Schälchen Öl stand. Hinter ihm trugen zwei weitere Sklaven ein großes Feuerbecken herein.
Sie stellten es in der Nähe der Kline ihres Herrn ab: weit genug entfernt, damit er sich nicht daran verbrannte, und doch nah genug, um ihn zu wärmen.
Eine sehr junge Sklavin, beinahe noch ein Kind, brachte frische Kissen und Decken. Sie wirkte schüchtern und ängstlich und wagte kaum, den Blick vom Boden zu heben, während sie die Kline damit ausstattete.
Außer Janus kannte Falco keinen der Sklaven. Das war ihm allerdings gleichgültig. Nur das Mädchen weckte seine Aufmerksamkeit.
Sie war schlank und zierlich, hatte kurzes, blondes Haar, sodass sie beinahe wie ein Junge aussah. Unter ihrer Tunika zeichneten sich kaum die ersten Rundungen ihrer Weiblichkeit ab. Da sie den Kopf nicht hob, konnte er auch ihre Augen nicht erkennen. Er war sich jedoch sicher, dass sie blau waren.
Falco wandte sich wieder Janus zu.
„Hast du den Schuldigen gefunden?“
„Ja, Dominus. Er ist gerade dabei, die Öfen zu heizen. Wir wussten nichts von Eurer Rückkehr und haben die großen Öfen erst gestern wieder angefeuert. Es dauert, bis alles warm wird“, erklärte Janus vorsichtig. Er ahnte, dass diese Erklärung wenig helfen würde. Irgendjemand würde bestraft werden, und er hoffte inständig, dass es nicht ihn selbst traf.
Das große Feuerbecken hatte die Kälte bereits ein wenig vertrieben. Falco streifte den Mantel ab und legte sich zum Essen auf die Kline. Der heiße Becher wärmte seine Hände, und irgendjemand hatte sogar daran gedacht, die Kissen und Decken vorzuwärmen. Das machte ihn gleich wieder etwas erträglicher.
„Wenn er damit fertig ist, will ich, dass er seine Strafe erhält. Ausreichend, aber nicht so hart, dass er anschließend nicht mehr arbeiten kann. Seine Ration wird eine Woche lang halbiert. Sollte so etwas noch einmal vorkommen, werde ich ihn eigenhändig auspeitschen. Ob er danach noch arbeiten kann, wissen dann nur die Götter.“
Mit einer herrischen Bewegung winkte er sie alle hinaus, er wollte jetzt in Ruhe Frühstücken.
[Bild: 3_15_08_22_9_36_30.png]

Honoratior von Iscalis
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