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RE: Auf dem Forum vor dem Handelshaus Salvius
Falco wollte seinen Rundgang gerade fortsetzen, als er aus dem Augenwinkel noch eine Bewegung wahrnahm.
Jemand hatte sich zu dem Jungen hinuntergebeugt, um ihm aufzuhelfen.
Eine junge Frau, rothaarig und, soweit er erkennen konnte, mit durchaus ansehnlicher Figur. Nun, offenbar war alles wieder in Ordnung.
Er setzte seinen Weg fort, doch schon wenige Schritte später entstand neue Unruhe auf dem Forum.
Ein altes Fischweib schien sich lautstark zu beschweren. Neugierig wandte Falco den Kopf, doch zu seiner Überraschung entdeckte er keine Furie, sondern die junge Frau von eben. Eine Rübe flog durch die Luft und traf einen anderen Jungen, der sich rasch wieder aufrappelte und die Flucht ergriff. Die Rothaarige hatte sich inzwischen in eine wahre Briganta verwandelt und schimpfte dem Flüchtenden hinterher, als wollte sie ihm am liebsten noch den Rest ihres Gemüses nachwerfen.
Falco musste sich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen. Einem ehrbaren Bürger Iscalis stand es schließlich nicht an, sich auf offener Straße wie ein Gassenjunge zu benehmen.
Die Frau bemerkte ihn. Eine zarte Röte huschte über ihre Wangen, doch ob aus Scham über ihren Ausbruch oder wegen der Beschimpfungen, die sie dem Jungen nachgerufen hatte, vermochte Falco nicht zu sagen.
Sie hob ihre vollen Körbe auf und lud sie sich auf die Schultern. Falco ließ den Blick kurz über die Last gleiten. Für eine Frau war das eine beachtliche Menge, auch wenn er bezweifelte, dass sie seine Einschätzung sonderlich interessiert hätte.
„Vale bene“, grüßte er sie.
„Ist das nicht etwas zu schwer für eine Frau?“, fragte er beiläufig.
Die Worte waren ihm herausgerutscht, ehe er sich recht überlegt hatte, weshalb er sie überhaupt ansprach. Normalerweise hätte ihn die Last einer Fremden kaum beschäftigt. Sie war keine vornehme Römerin, und er hatte keinen Grund, sich um ihre Angelegenheiten zu kümmern.
Vielleicht war es die Art, wie sie eben noch dem Jungen geholfen und im nächsten Augenblick mit einer fliegenden Rübe einem Dieb vertrieb. Ein ungewöhnlicher Wechsel, der ihn schmunzeln ließ, obwohl er sich das lieber nicht anmerken lassen wollte.
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