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RE: Die Ehegesetze im Alten Rom
Der Tatbestand des Stuprum ( Unzucht)
Obwohl Augustus und Domitian primär die Geburtenrate der Oberschicht steigern wollten, griffen sie mit der Lex Iulia de adulteriis coercendis auch in die sexuelle Integrität freigeborener Bürger ein. Hier kam der Begriff der Unzucht (stuprum) ins Spiel.
- Heterosexuelle Beziehungen mit Witwen und Jungfrauen gleichen Ranges
Homosexuelle Beziehungen unter Männern wurden unter folgenden Bedingungen streng bestraft:
- Der passive Part: Ließ sich ein freigeborener römischer Bürger (egal ob Jugendlicher oder erwachsener Mann) von einem anderen Mann penetrieren, beging er stuprum. Er verlor seine gesellschaftliche Ehrbarkeit (infam) und seine politischen Rechte.
- Unzucht mit Minderjährigen: Verführte ein Mann einen freigeborenen römischen Jüngling (ingenuus), brach er in die Familienrechte eines anderen Vaters ein. Auch dies war stuprum und wurde mit schweren Vermögensstrafen oder Verbannung geahndet.
- beim Militär
Homosexuelle Beziehungen zwischen Frauen wurden im römischen Recht weitgehend totgeschwiegen. Da das römische Recht stark phallozentrisch war und Sex als Akt der Penetration definierte, konnten sich die römischen Juristen eine sexuelle Beziehung zwischen zwei Frauen rechtlich kaum vorstellen.
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