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RE: Die Ehegesetze im Alten Rom
Exkurs: Die strenge Auslegung der Ehegesetze unter Kaiser Domitian
Kaiser Domitian (Regierungszeit 81–96 n. Chr.) inszenierte sich als lebenslanger, moralischer Sittenwächter (Censor perpetuus) und setzte die bestehenden Gesetze (Lex Iulia et Papia) mit brutaler Konsequenz und ohne die Gnade seiner Vorgänger durch.
Er strich das Begnadigungsrecht und verbot verurteilten Ehebrecherinnen per kaiserlichem Dekret sogar das Tragen der Stola (dem Ehrenkleid der römischen Matrone), wodurch sie gesellschaftlich auf eine Stufe mit Prostituierten gestellt wurden, kinderlose Paare verloren die Hälfte ihrer Erbschaften an den Fiskus. Domitian nutzte diese Gelder aggressiv zur Finanzierung seiner monumentalen Bauprojekte und des Militärs.
Desweiteren weitete der Kaiser den Begriff der moralischen Reinheit aus. Als oberster Priester (Pontifex Maximus) verurteilte er mehrere Vestalinnen (die zur Keuschheit verpflichteten Priesterinnen), denen sexueller Kontakt nachgesagt wurde, zum Tod durch Lebendig begraben werden.
Das Unwesen der ewerbsmäßigen Denunzianten (delatores) erreichte unter Domitian seinen historischen Höhepunkt.
Während Augustus noch versuchte, den Missbrauch einzudämmen, instrumentalisierte Domitian die Erpresser gezielt. Das zweistufige Klagerecht (nach 60 Tagen durfte jeder Fremde klagen) wurde zur totalen Terrorwaffe gegen den Senatsadel. Professionelle Denunzianten spionierten die Oberschicht aus, um kinderlose reiche Bürger oder untreue Ehefrauen zu melden.
Domitian füllte damit die Staatskassen und schaltete systematisch politische Gegner aus, was ihm den bleibenden Hass der römischen Geschichtsschreibung einbrachte.
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