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Keltische Religion
Der Götterglauben der britannischen Kelten im 1. Jahrhundert war zutiefst polytheistisch, animistisch (alle Dinge waren beseelt) und eng mit der ungezähmten Natur verbunden. Mit der Ankunft der Römer ab 43 n. Chr. traf dieses Glaubenssystem auf die Interpretatio Romana – ein kulturelles Phänomen, bei dem fremde, einheimische Götter mit den bekannten Gottheiten des römischen Pantheons gleichgesetzt und verschmolzen wurden.
Der traditionelle keltische Götterglauben
Die Kelten Britanniens besaßen kein starres, schriftlich fixiertes Pantheon wie die Griechen oder Römer. Ihr Glaube war lokal geprägt: Fast jeder Stamm, Fluss, Berg und jede Quelle hatte eine eigene Schutzgottheit.
Weitere Kennzeichen waren:
- Animismus:
Die Natur war heilig. Bäume (besonders Eichen), Haine (Nemetona), Moore und Quellen galten als Tore zur Anderswelt. Hier wurden den Göttern wertvolle Opfer dargebracht, darunter absichtlich verbogene Schwerter, Prunkwagen und Torques.
- Die Dreifaltigkeit der Götter:
Keltische Götter wurden oft in dreifacher Gestalt dargestellt (Triaden), was ihre universelle und verstärkte Macht symbolisierte. Auch in der religiösen Kunst tauchen steinerne Dreigesichter immer wieder auf. Ein prominentes Motiv waren auch gehörnte Gottheiten wie Cernunnos (der Herr der Tiere und des Waldes).
- Kopfkult:
Der menschliche Kopf galt als Sitz der Seele und spirituelles Zentrum. Die Kelten sammelten die Köpfe erschlagener Feinde, balsamierten sie ein oder nagelten sie an ihre Festungstore.
- Menschenopfer:
Römische Quellen (die allerdings mit Vorsicht zu genießen sind) berichten, dass die Druiden in Krisenzeiten Menschenopfer darbrachten, um die Götter milde zu stimmen. Dies geschah durch Ertränken in Mooren, Verbrennen in riesigen Weidenflechtfiguren ("Wicker Man") oder durch den rituellen "dreifachen Tod" (Erwürgen, Erschlagen und anschließendes Kehledurchschneiden).
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