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Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
05-17-2026, 11:23 PM,
Beitrag #21
RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
Victor mochte Kelte sein, doch ein Einfaltspinsel, das war er nicht. Er reckte herausfordernd das Kinn vor, als er den Verlautbarungen seiner Halbschwester folgte. Das Biest nannte Carus immer schreckliche Namen. Konnte ihr Vater sie nicht endlich wegverheiraten?
"Tja. Ich bin eben ein Junge und werde Soldat und du bist ein Mädchen und musst Wolle spinnen. Was rufst du auch einen Medicus wegen einer kleinen Schramme. Bei mir Zuhause machen wir da Spucke drauf und spielen weiter!"
Selbst ihr Vater hatte ihn dafür nicht gescholten, weil Jungen eben nun einmal rauften. Das gehörte dazu. Und außer Carus hatte er ja keinen zum Spielen.
Doch Saturnina würde er keinen Gefallen tun. Wollte sie auch bedauert werden, von ihm bekam sie gar nichts, keine Schnitte. Sie hielt ihn für dumm, also war er jetzt auch dumm. Dumm und gemein. Ein Barbar eben.
"Nein, das ist was ganz schreckliches. Die Frauen machen sich her wie Vogelscheuchen, genau wie du. Wenn deine Mutter wieder da ist, hat sie sowieso wieder das Sagen und du kannst wieder runterkommen von deinem hohen Ross."
Er mochte die Frau von seinem Papa nicht. Sie war nicht so herzlich wie seine Mutter und er hatte das Gefühl, sie mochte ihn nicht. Mann... er hasste dieses Haus wirklich...
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05-24-2026, 11:12 AM,
Beitrag #22
RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
"Vogelscheuche? Hast du Vogelscheuche gesagt?!" , Saturninas Augen glitzerten beleidigt. In diesem Moment glich sie ihrem Vater Saturninus sehr:
"Du hast keine Ahnung von Mode, du dummer... Barbar! Du kennst eben nur deine keltischen Bauerntrampel, so groß wie ein Haus,  mit ihren Milchgesichtern! Ach...."
Sie schaute sich nach etwas um, was sie nach Victor werfen konnte. Da wollte sie nett sein, und dann so etwas. 
Saturnina steuerte auf das Bücherregal zu, wo die metallenen Buchrollen standen. Eine von denen sollte Victor an den Kopf bekommen.
"Ich hoffe nur, dass sie dich schnell in der Legion aufnehmen und dass dir ein Feind die Kehle durchschneidet! So..."
Sie machte die entsprechende Handbewegung.
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07-07-2026, 05:30 PM,
Beitrag #23
RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
"Ja, Vogelscheuche! Dass du zu viel Schminke draufhast, das erkennt auch der dümmste Bauer. Und ihr römischen Frauen wünscht euch doch, so auszusehen. Sonst würdet ihr eure Gesichter nicht weiß schminken wie Gespenster."
Victor ließ sich von seiner Schwester ärgern, die durch sein Zimmer stolzierte und tat, als sei sie die Herrin im Haus. Dabei traute sie sich doch nichts zu sagen, wenn ihr Papa in der Nähe war. Grimmig lauschte er ihr und als sie sagte, sie hoffe auf seinen Tod in der Schlacht, rief er laut:
"Wenn überhaupt, kämpfe ich für die Kelten und werfe euch fiese Römer von unserer Insel runter", schrie er mit wütenden Tränen in den Augen - als ihn eine der Rollen am Kopf traf und er für einen Augenblick Sterne sah.
Er landete mit dem Hintern auf dem Boden und hielt sich die Stirn, wo sich eine pochende Beule bildete.
"Ich hasse dich! Ich hasse dich!", rief er ihr zu und schluchzte vor Schmerz.
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Vor 3 Stunden,
Beitrag #24
RE: Gemach Tiberius Furius Victor Aidanus
Das dumpfe Klonk, mit dem die Kapsel Victors Stirn traf, hallte in Saturninas Ohren nach.
Als ihr Bruder mit einem wütenden Schluchzen auf den Boden sackte, war Saturnina zu tiefst erschrocken. Oh, eine Beule. Eine unübersehbare Beule mitten auf Victors Stirn.

Saturninas Herz tat einen heftigen Schlag gegen ihre Rippen. Sie starrte auf den Jungen hinab.
Wenn Vater das mit kriegte... wenn er erfuhr, dass sie seinen Sohn, den er unbegreiflicherweise so lieb hatte – im Gesicht verletzt hatte, würde es kein Pardon geben. Ihr drohte nicht nur ein strenger Verweis. Vater würde sie zwingen,  Wolle zu kämmen und stundenlang zu spinnen, bis ihr die Finger schmerzten. Vielleicht würde er sie wirklich stehenden Fußes an einen alten Sack verheiraten, damit hatte Saturninus schon oft gedroht. 
Gelinde Panik stieg in Saturninus Tochter auf - nicht weil sie Victor weh getan hatte, sondern weil man sie dafür zur Rechenschaft ziehen könnte. Ihr Furierstolz verbot es ihr ohnehin gerade,  Victor jetzt zu trösten oder gar um Entschuldigung zu bitten.
Rasch trat Furia Saturnina einen Schritt vor, packte den Saum ihrer Tunika, um nicht darüber zu stolpern, und raunzte Victor an:
"Hör auf zu flennen wie ein kleines Mädchen, Aidan!“, wobei sie seinen keltischen Namen fast wie eine Drohung aussprach:
"Du hast doch selbst Schuld! Wenn du nicht so einen  Unsinn über mein Gesicht geredet hättest, wäre das gar nicht passiert.“
Sie bückte sich hastig nach der Schriftrollenhülle, die auf den Boden gerollt war, und presste sie an sich wie eine Waffe, die man verstecken musste. Ihre dunklen Locken fielen ihr ins Gesicht, als sie Victor mit einer Mischung aus Wut und echter Angst in den Augen fixierte:
„Wenn du Vater auch nur ein einziges Wort davon erzählst... wenn du wegen einer winzigen Schramme zu ihm rennst und dich ausheulst,  dann schwöre ich dir bei den Laren und meinem Ahnherren Telegonos, erzähle ich ihm, was du über die Kelten und die Insel gesagt hast! Das ist  nämlich Verrat!
Hochverrat ist das ! Und glaube mir, dafür lässt der Kaiser auch Kinder hinrichten! Also steh auf, wasch dein Gesicht und heul gefälligst leise"
[Bild: 3_15_08_22_9_35_15.png]
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