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[Landgut bei Tusculum in Italia] Briefwechsel zwischen Gatten
09-28-2026, 08:45 AM,
Beitrag #1
[Landgut bei Tusculum in Italia] Briefwechsel zwischen Gatten
[Bild: Landgut-Tusculum.jpg]


Das furische Landgut lag eingebettet in die sanften, grünen Hügel von Tusculum, und dort war  die Luft stets mild und voller Wohlgerüche. 
Fernab vom Lärm und Schmutz Roms breitete sich hier eine Oase der Ruhe aus, die nebenbei aber auch einen guten Wein und erstklassiges Olivenöl produzierte.

Ein prächtiges Landhaus, die Villa, erhob sich inmitten von kunstvoll angelegten Gärten, in denen schattige Säulengänge, plätschernde Marmorbrunnen und duftende Rosenbüsche die Sinne anregten. 
Dahinter erstreckten sich unter dem fast immer blauen italischen Himmel ertragreiche Weinberge und silberne Olivenhaine.

An diesem ruhigem Ort weilte die edle Furia Serena, um endlich wieder zu Kräften zu kommen. Nach der Geburt ihres dritten Kindes, des Knaben Antias, hatte sie das raue, feuchte Klima der fernen Provinz Britannien nicht mehr recht vertagen.
  Die milde Sonne Latiums vollbrachte jedoch Wunder, und nach den seltenen, aber freudigen Besuchen ihres Ehemannes hatte sie mittlerweile auch noch  zwei gesunde Töchter zur Welt gebracht: Silvana und die kleine Maximilla.

Die drei jüngsten Furierkinder verbrachten im Schutz hoher Pinien ihre ersten Jahre mit sorglosem Spiel. Der Älteste, Antias lief lachend mit einem kleinen Welpen voraus, während Silvana und die kleine Maximilla ihm voller Eifer versuchten, zu folgen. Ihre Fröhlichkeit erfüllte das ganze Gut mit Leben.....


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09-28-2026, 12:10 PM,
Beitrag #2
RE: [Landgut bei Tusculum in Italia] Briefwechsel zwischen Gatten
Auf dem Stammsitz der Furier in Tusculum saß Furia Serena guter Dinge an einem der Schreibtische, um einen Brief zu verfassen. Der erste Frühling des Jahres setzte gerade ein und es war noch genug Zeit um eine Antwort abzuwarten, damit ein Aufbruch im Sommer möglich war. Denn dies war nicht irgendein Brief, sondern ein ganz besonderer Brief, der hoffentlich das Exil zwecks Rekonvaleszenz endlich beenden würde.

An den edlen Tib. Furius Saturninus
Villa Furia
Iscalis

Es grüßt dich deine dir treu ergebene Gattin und Dienerin, Furia Serena, aus Tusculum. Ich hoffe, dass die Götter dir wie immer wohlgesinnen sind und es unseren edel geborenen Kindern gut ergeht. Antias und deinen Töchtern hier in Tusculum geht es gut und sie haben sich sehr über deinen letzten Brief und die Geschenke zu Saturnalia gefreut. Deine Großzügigkeit steht deinem edlen Geblüt in nichts nach, hab Dank dafür.

Wie in deinem letzten Brief gewünscht, hat mich der Medicus erneut untersucht und mir bescheinigt, dass ich nun vollends erholt bin und meiner Rückkehr nach Britannia nichts im Wege steht. Bitte lasse mich wissen, ob dies ebenfalls deinen Wünschen entspricht und ich werde mich im Frühsommer eiligst auf den Weg machen, sollte es zu deinem Gefallen sein. 

In Liebe und Demut erwarte ich deine Antwort,
Furia Serena
[Bild: 3_15_08_22_9_35_15.png]
Vormund: Ihr Ehemann Tib. Furius Saturninus
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09-30-2026, 05:08 PM,
Beitrag #3
RE: [Landgut bei Tusculum in Italia] Briefwechsel zwischen Gatten
>>>


Der Brief des Saturninus legte kraft seines Amtes als Princeps Officii des Statthalters den weiten Weg von Britannia nach Italien in atemberaubendem Tempo zurück. Sogleich nachdem der Sekretär Scaevus das Dokument versiegelt hatte, übernahm ein berittener tabellarius der kaiserlichen Verwaltung das Schreiben. Mit der Staatspost ging der Brief von Hand zu Hand, bis innerhalb von unglaublichen sechzehn Tagen ein Kurier das flache,  kompakte Holzpäckchen mit den drei Wachstafeln,  einen sogenannten triptychon-codex  – , dessen Schnüre von der Adressatin  erst durchschnitten werden mussten, um das Siegel zu brechen, auf dem furischen Landgut dem dortigen Villicus übergab


Furiae Serenae
In Tusculano suo
Italia


Tiberius Furius Saturninus grüßt seine geliebte Gattin Furia Serena

Mit unbändiger Freude und Erleichterung habe ich deinen Brief empfangen, der mir die frohe Botschaft deiner Genesung brachte. Ich habe sogleich den  Gesundheit gewährenden Göttinnen Salus und Minerva gedankt, die meine täglichen Gebete erhört haben. Ihr Schutz soll dich auch auf dem Heimweg begleiten.


Da du nun vollends wiederhergestellt bist, befehle ich dir, dich beim ersten Aufleuchten des Frühsommers eiligst auf den Weg zu machen. Dein Platz und der unserer Kinder ist hier in Britannia, wo die älteren Geschwister bereits ungeduldig auf euch warten.

Mein Herz sehnt sich nach dir und unseren Kindern. Wie sehr brenne ich darauf, meinen Sohn Antias wieder zu sehen, den du als Säugling von mir fortgeführt hast und der nun gewiss zu einem stattlichen Knaben herangewachsen ist.
Auch meine süßesten Töchter, die mir das Schicksal bei meinen Besuchen in Tusculum geschenkt hat, will ich endlich in die Arme schließen.
 Es ist nun an der Zeit, dass das Haus der Furier wieder unter einem Dach vereint wird.


Für deine Reise und dein gesamtes Gefolge habe ich dank meines Amtes die sicherste und schnellste Route über Gallien geordnet. Befolge meine Anweisungen genau:




Du wirst Tusculum mit den Kindern und deiner Entourage verlassen und dich nach Ostia begeben. Dort liegt das Schiff Neptunus Custos bereit. Vertraue dich ganz seinem Kapitän an, meinem Freigelassenen Furianus Barca. Er wird dich auf sicherem Kurs über das Mittelmeer bis nach Massilia in Südgallien bringen.

In Massilia endet die Seereise für die Neptunus Custos
. Ich habe dir staatliche Reisepässe, die evectiones, zukommen lassen. 
Mit diesen stehen dir und den Kindern an jeder kaiserlichen Poststation frische Zugtiere und komfortable Wagen zur Verfügung. Ihr werdet Gallien von Süden nach Norden auf den sicheren Staatsstraßen durchqueren.


Am Oceanus angekommen, im Hafen von Portus Itius, werdet ihr den Ärmelkanal mit einem Schiff der Flotte überqueren. Die Überfahrt ist kurz und wird euch rasch nach Britannien bringen, von wo aus ihr direkt nach Londinium reist.



In Londinium angekommen, wirst du mit den Kindern im Hause der edlen Fabia Tertia einkehren, um dich von den Strapazen der langen Reise zu erholen.

 Sobald du dort Quartier bezogen hast, schicke mir sofort einen reitenden Boten nach Iscalis. Ich werde dir eine Eskorte entgegenschicken, die dich auf den verbleibenden neun Tagesreisen sicher zu unserer Villa geleitet.



Reise in Frieden und unter dem Schutz der Götter Roms, meine edle Gemahlin. Ich, Tiberius Furius Saturninus, erwarte dich in tiefer Sehnsucht und Liebe."


[Bild: Furia-Wachs.png]

[Bild: 3_18_08_22_2_20_05.png]
[Bild: 3_15_08_22_9_31_55.png]

Honoratior von Iscalis
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Gestern, 12:43 PM,
Beitrag #4
RE: [Landgut bei Tusculum in Italia] Briefwechsel zwischen Gatten
Silvana, Maximilla und Antias wussten, dass ich ihrem Vater geschrieben hatte und schon seit Wochen waren die Kinder ungeduldig, ob ihr Vater sie nun zu sich holen würde. Jeden Tag packten die Mädchen ihre Sachen und Antias konnte sich kaum auf seine Aufgaben mit seinem Tutor konzentrieren, da der ganze Haushalt hibbelig war. Als dann nach etwa 5 Wochen endlich die Antwort kam, rasteten die Kinder völlig aus vor Freude, da ihnen ein großes Abenteuer bevorstand. Mir jedoch schwante bereits Übles, wenn ich nur an die schaukelnden Wellen dachte. Schon die Reise nach Tusculum kurz nach Antias' Geburt war eine Probe für mein Gemüt gewesen. 

Nach dem Abendessen musste ich den Kindern den Brief ihres Vaters noch zweimal vorlesen, bevor endlich Ruhe war, damit wir endlich schlafen konnten um morgen früh mit den Vorbereitungen der Abreise zu beginnen. Unsere Kisten waren bereits so gut wie gepackt und ich musste morgen nur noch die Wagen, Pferde und das Personal organisieren, damit wir zügig aufbrechen konnten. Während sich unser Verwalter darum kümmerte, packte ich noch die letzten Habseligkeiten und Geschenke für meine beiden ältesten Kinder ein. Auch die Kinder hatten Geschenke für ihren Vater bereits vor Wochen gebastelt, wobei sich herausstellte, dass Silvana bereits ausgezeichnet mit Nadel und Faden war. Ich hätte kaum stolzer auf sie sein können. 

Als dann endlich die Wagen und Pferde bereitstanden und alles Gepäck eingeladen war, konnte es losgehen. Was anfangs noch Enthusiasmus über das Abenteuer war, schlug sehr schnell in Langeweile um. Um die Kinder zu ermüden, liefen sie manchmal ein wenig neben dem Wagen her, der ohnehin dank des guten Wetters offen war. So konnte ich das Tageslicht nutzen um ein wenig meine Hände zu beschäftigen. Auch las Antias' Tutor Alexandros uns oft Geschichten vor und lernte hier und da ein wenig mit Antias, wenn es die Straßen und das Wetter zuließen. 

Als wir unsere erste Etappe in Ostia beendeten, wartete dort schon Furianus Barca mit seinem Schiff auf uns, um uns nach Massilia überzusetzen. Wie erwartet verbrachte ich die meiste Zeit unter Deck, grün im Gesicht. Den Kindern allerdings machte es nur wenig aus und auch meine treue Leibdienerin Phoebe hatte keine Probleme. Vor allem Antias war vom Meer fasziniert und fragte den Seeleuten und Furianus Barca ein Loch in den Bauch. Auch wenn Antias nicht sonderlich athletisch war, so war er doch blitzgescheit trotz seiner jungen Jahre und begriff vieles recht schnell nach einer Erklärung. Wenn er nicht bei den Seeleuten war, so musste sein Tutor Alexandros erklären, was er nur konnte über die Winde, Segel und wie das ganze andere Zeug so hieß und funktionierte. 

Als wir in Massilia wieder in Wagen umstiegen, war Antias äußerst betrübt und konnte nur dadurch erheitert werden, dass er noch einmal auf ein Schiff durfte, sobald wir den Ärmelkanal zwischen Gallia und Britannia überqueren würden. Das gute Wetter hielt auch weiter an und wir hatten nicht mit Regen, Schlamm oder Kälte zu kämpfen. Die Götter waren uns in der Tat gewogen und dank der Wachen wurden wir auch nicht behelligt und fanden immer eine gute Unterkunft. Die Fahrt war komfortabel genug und die Schiffreise über den Ärmelkanal den Göttern sei dank nur kurz, so dass wir endlich in Britannia angekommen waren. Das Wetter blieb uns bis zu letzte gewogen, als wir in Londinium eintrafen und im Haus von Fabia Tertia einkehrten.

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[Bild: 3_15_08_22_9_35_15.png]
Vormund: Ihr Ehemann Tib. Furius Saturninus
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